Bewertung:

Das Buch „Unreinheit und Tod: A Japanese Perspective“ von Chikara Abe bietet eine wissenschaftliche Untersuchung der Konzepte der Unreinheit, insbesondere shie und kegare, in der japanischen Kultur. Sie verbindet historische Analysen mit modernen Implikationen und stellt Verbindungen zwischen antiken und zeitgenössischen Praktiken im Zusammenhang mit dem Tod und sozialer Diskriminierung her. Das Buch ist aufschlussreich und gut recherchiert, doch einige Leser bemängeln, dass das dissertationsähnliche Format das Leseerlebnis beeinträchtigen könnte.
Vorteile:⬤ Bietet eine tiefgreifende und interessante Erforschung von Unreinheitskonzepten in Japan.
⬤ Gut recherchiert, mit starken Hypothesen und fundierten Schlussfolgerungen.
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in die historischen und modernen Implikationen von shie und kegare.
⬤ Beschäftigt sich mit wichtigen Themen wie der Burakumin-Diskriminierung und den gesellschaftlichen Ansichten über den Tod.
⬤ Öffnet Türen zum Verständnis komplexer kultureller Aspekte.
⬤ Hat ein dissertationsähnliches Format, das nicht für alle Leser ansprechend ist.
⬤ Fehlt eine tiefere Erforschung der Einflüsse von Klasse und Geschlecht auf die Shie-Praktiken.
⬤ Einige Leser haben den Eindruck, dass die Darstellung eher wissenschaftlich als allgemein interessant ist.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Impurity and Death: A Japanese Perspective
Persönliche Unreinheiten, die durch Geburten, Menstruationsblut oder Tod verursacht werden, sind in vielen Kulturen ein wichtiges Thema. In Japan ist der Oberbegriff für diese Arten von Unreinheiten kegare und die Todesunreinheit, eine Unterart von kegare, ist als shi-e bekannt.
Das Hauptthema dieses Buches ist die Unreinheit des Todes. Es werden die Definition und die Entstehung von shi-e erklärt. Darüber hinaus werden Einzelheiten über den Einfluss von shi-e auf die alte japanische Gesellschaft sowie über seinen anhaltenden Einfluss auf die moderne japanische Gesellschaft gegeben.
Es werden drei Hypothesen aufgestellt und gestützt: (1) das shi-e-Konzept entstand in Japan während der Yayoi-Zeit (300 v. Chr.
- 300 n. Chr.) und nicht, wie bisher angenommen, zu einem späteren Zeitpunkt (2) die Grundlage für die Abneigung gegen tote Körper, d. h.
shi-e, ist, dass Leichen die Menschen daran erinnern, dass sie bald sterben werden (3) Buddhismus und Shintoismus verschmolzen in Japan aufgrund des Einflusses von shi-e auf den Shintoismus. Das Buch schließt mit einigen Bemerkungen zur Bedeutung des Wissens über die Unreinheit des Todes für Studenten der japanischen Geschichte, Kultur und Gesellschaft.