
Invisible Connections: An Archaeometallurgical Analysis of the Bronze Age Metalwork from the Egyptian Museum of the University of Leipzig
Das Ägyptische Museum der Universität Leipzig besitzt die größte universitäre Sammlung altägyptischer Artefakte in Deutschland. Sie umfasst bedeutende Objekte aus den Ausgrabungen des produktivsten Ausgräbers unter den Kuratoren des Museums, Georg Steindorff, an den Fundorten Abusir, Aniba und Gizeh, ergänzt durch Objekte aus Abydos, Theben und Kerma. Der Katalog ist das Ergebnis eines interdisziplinären Projekts des Ägyptologen und Archäologen Martin Odler, des Archäometallurgen Jiri Kmosek und anderer beteiligter Forscher. Eine Auswahl von 86 Artefakten wurde mit einer Reihe von archäometallurgischen Methoden analysiert (Röntgenfluoreszenz.
Metallographie.
Neutronenaktivierungsanalyse.
Bleiisotopenanalyse), die eine diachrone Stichprobe von bronzezeitlichen ägyptischen Metallarbeiten aus Kupferlegierungen von Dynastie 1 bis Dynastie 19 liefern. Neben dem derzeit beliebten Fokus auf die Erzprovenienz zielte die Auswahl der angewandten Methoden auch auf die Beschreibung der praktischen physikalischen Eigenschaften der Objekte ab. Die Frage nach Unterschieden zwischen funktionalen Artefakten in Originalgröße und Modellen wird ebenso behandelt wie das Problem der "Importe" und ihrer ethnischen Interpretation. Die Analysen brachten viele unerwartete Ergebnisse ans Licht, wobei das überraschendste eine Schale (AMUL 2162) aus arsenhaltigem Kupfer mit hohem Nickelanteil ist, die Parallelen im chalkolithischen und frühbronzezeitlichen Anatolien aufweist und 2018 in einem Artikel im Journal of Archaeological Science vorgestellt wurde. Der hier vorgestellte Korpus umfasst die größte analysierte Metallwerkssammlung aus der nubischen C-Gruppe und dem ägyptischen Neuen Reich und befasst sich mit der Frage der Verwendung lokaler nubischer Erzquellen im Vergleich zu Kupferquellen aus Zypern und anderswo.