
Eine Studie über die Rolle der Flussschifffahrt in der spätrömischen Verteidigungsstrategie entlang der Donau (300-600 n.
Chr.). Die Arbeit folgt und bündelt aktuelle Tendenzen unter Althistorikern, die den Wert von Flüssen als natürliche Barrieren und die Verteidigungsqualitäten spätrömischer Grenzanlagen positiver als bisher bewerten.
Die mehr als 2.500 Kilometer lange Donaugrenze bot ihren Verteidigern Vorteile und Nachteile zugleich. Die Aufstellung einer großen Zahl gut ausgerüsteter Marineeinheiten zur Überwachung und zum Schutz der Flussufer verlagerte die erste Verteidigungslinie von den Gebieten unmittelbar hinter den Flüssen auf die Flüsse selbst. Diese Einheiten kompensierten zumindest teilweise die Schwächung der Grenzverteidigung durch die neue Strategie Diokletians und insbesondere Konstantins, der die Truppen der comitatenses im Hinterland stationierte.
Die allgemeine Auffassung von einem spätrömischen Verteidigungssystem, das lediglich aus den im unmittelbaren Uferbereich stationierten Einheiten der comitatenses und den weiter hinter den Grenzen an Straßenkreuzungen stationierten Einheiten der Feldarmee bestand, lässt mehr als ein Dutzend Marineeinheiten außer Acht, die im späten 3. und 4.