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Unlikely Allies: Nazi German and Ukrainian Nationalist Collaboration in the General Government During World War II
Unlikely Allies (Unwahrscheinliche Verbündete) bietet die erste umfassende und wissenschaftliche englischsprachige Analyse der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit im Generalgouvernement, einem Gebiet im besetzten Polen während des Zweiten Weltkriegs. Ausgehend von umfangreichem Archivmaterial wird die ukrainische Position vor allem aus der Perspektive des ukrainischen Zentralkomiteeleiters Wolodymyr Kubijowytsch, eines Akademikers und glühenden Nationalisten aus der Vorkriegszeit, untersucht.
Die Kontakte zwischen Kubijowytsch und den NS-Verantwortlichen auf verschiedenen Ebenen zeigen, wo ihre Zusammenarbeit übereinstimmte und wo sie sich unterschied, und ermöglichen ein umfassendes Verständnis der Beziehungen des ukrainischen Komitees zu den Besatzungsbehörden und seiner Beziehungen zu anderen Gruppen wie Polen und Juden im besetzten Polen. Die Kollaboration der ukrainischen Nationalisten bot die Möglichkeit, die polnischen Einflüsse der Vorkriegszeit in verschiedenen Schichten des gesellschaftlichen Lebens zu neutralisieren. Kubijowytsch hoffte auf die Entstehung einer autonomen ukrainischen Region innerhalb der Grenzen des Generalgouvernements oder eines ethnographischen Staates, der eng mit dem Dritten Reich verbunden war.
Dies führte zu seiner Partnerschaft mit dem Dritten Reich, um nach dem Krieg eine neue europäische Ordnung zu schaffen. Durch ihre Besatzungspolitik des "Teile und Herrsche" erhoben die Deutschen die Ukrainer zu einer vollwertigen ethnischen Gruppe und verschafften ihnen so den Respekt, den sie in der Zwischenkriegszeit suchten.
Doch die Kollaboration trug auch zum Ausbruch eines blutigen polnisch-ukrainischen ethnischen Konflikts bei. Kubijowytschs Kriegserfahrungen mit nationalsozialistischen Politikern und Verwaltern - die heute weitgehend übersehen und nur teilweise referenziert werden - veranschaulichen nicht nur die Geschichte der deutsch-ukrainischen und polnisch-ukrainischen Beziehungen, sondern liefern auch ein fehlendes Teil des größeren, kontroverseren Puzzles der Kollaboration während des Zweiten Weltkriegs.