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Unwhite: Appalachia, Race, and Film
Die Appalachen befinden sich in der amerikanischen Vorstellungswelt auf ganz besondere Weise an den Schnittstellen von Ethnie und Klasse, in der Spannung zwischen tiefgreifenden historischen Investitionen in die Sichtweise der Region als "rein weißer Stamm" und als zutiefst verarmt und rückständig. Meredith McCarrolls Unwhite analysiert die angespannte Lage der Appalachen innerhalb der südlichen und amerikanischen Vorstellungswelt und baut dabei auf Studien über Ethnien in literarischen und filmischen Charakterisierungen des amerikanischen Südens auf.
McCarroll argumentiert, dass wir nicht nur wissen, was "Rednecks" und "White Trash" sind, sondern dass wir uns auch auf die fortgesetzte Verwendung solcher Kategorien verlassen, um unser Selbst- und Fremdbild zu formen. Außerdem sind wir weiterhin auf die Existenz der Region Appalachen als kulturelles Konstrukt angewiesen. Infolgedessen wurden die Appalachen in der kollektiven Kulturgeschichte lange Zeit als die niedrigste, ärmste, unwissendste und lächerlichste Gemeinschaft dargestellt.
McCarroll verkompliziert dieses Verständnis, indem er behauptet, dass das Privileg der Weißen intakt bleibt, während die Appalachen durch den Rückgriff auf erkennbare nicht-weiße filmische Stereotypen fremdbestimmt werden. Unwhite zeigt, wie typische Charakterisierungen von Menschen aus den Appalachen als Folie dienen, um das "Weißsein" der nicht aus den Appalachen stammenden Südstaatler hervorzuheben und zu definieren.
In dieser Dynamik werden die Charaktere aus den Appalachen zum rassisch Anderen. McCarroll analysiert die Darstellung der Menschen aus den Appalachen in Filmen wie Deliverance, Cold Mountain, Medium Cool, Norma Rae, Cape Fear, The Killing Season und Winter's Bone durch die kritische Linse der Ethnie und insbesondere des Weißseins und bietet eine Neugestaltung des Verständnisses der Beziehung zwischen rassischen und regionalen Identitäten.