Bewertung:

Das Buch schildert das faszinierende Leben von Schwester Benedetta Carlini, einer Nonne aus dem 17. Jahrhundert, deren Erfahrungen religiöse Mystik und Themen der Sexualität, insbesondere ihre lesbische Beziehung zu einer anderen Nonne, miteinander verbinden. Die Autorin verbindet den historischen Kontext mit einem psychologischen Drama, das den Leser dazu bringt, die Echtheit von Benedettas Behauptungen über Mystik in Frage zu stellen und gleichzeitig die Auswirkungen ihrer Handlungen innerhalb eines frauenfeindlichen und korrupten gesellschaftlichen Rahmens zu untersuchen.
Vorteile:Fesselnde Erzählung, die den Leser fesselt, reichhaltiger historischer Kontext, temporeiche Geschichte, tiefe Erforschung der Motivationen der Charaktere und des psychologischen Dramas, wertvolle Einblicke in die Geschichte von LGBTQ+, schön geschrieben, hervorragende Darstellung der Komplexität des Klosterlebens, wurde positiv als Geschenk aufgenommen.
Nachteile:Einige Leser empfanden die Darstellung von LGBTQ+-Themen als homophob und voreingenommen, äußerten ihre Enttäuschung darüber, dass der Titel einen Fokus auf Sexualität impliziert, obwohl dies nicht das zentrale Thema war, und dass das Buch für einige Leser zu wissenschaftlich oder akademisch sein könnte.
(basierend auf 22 Leserbewertungen)
Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy
Die Entdeckung der faszinierenden und reichhaltig dokumentierten Geschichte von Schwester Benedetta Carlini, Äbtissin des Klosters der Mutter Gottes, durch Judith C.
Brown war ein Ereignis von großer historischer Bedeutung. Die in Immodest Acts enthüllte Geschichte ist nicht nur der Aufstieg und Fall einer mächtigen Frau in einer kirchlichen Gemeinschaft und die Aufzeichnung des Lebens einer religiösen Visionärin, sie ist auch die früheste Dokumentation von Lesbentum in der modernen westlichen Geschichte.
Benedetta Carlini wurde von wohlhabenden Eltern geboren und trat im Alter von neun Jahren ins Kloster ein. Mit dreiundzwanzig begann sie, Visionen religiöser und erotischer Natur zu haben. Benedetta wurde vor allem aufgrund dieser Visionen zur Äbtissin gewählt, erregte aber später Verdacht, weil sie behauptete, übernatürliche Kontakte mit Christus gehabt zu haben.
Bei einer Untersuchung stellten die kirchlichen Behörden nicht nur fest, dass sie ihre Visionen und Stigmata vorgetäuscht hatte, sondern entdeckten auch Beweise für eine lesbische Affäre mit einer anderen Nonne, Bartolomeo. Die Geschichte der Beziehung zwischen den beiden Nonnen und Benedettas Fall von einer Äbtissin zu einer Ausgestoßenen wird in überraschend offenen Archivdokumenten enthüllt und hier mit einem feinen Sinn für Dramatik nacherzählt.