
Vanguard Performance Beyond Left and Right
Vanguard Performance Beyond Left and Right stellt Annahmen über „radikale“ und „experimentelle“ Performances in Frage, die lange Zeit das Denken über die Avantgarde beherrscht haben.
Das Buch bringt Avantgarde-Performances ans Licht, die selten diskutiert werden: solche, die totalitäre Regime unterstützen, konservative Werte fördern oder von rechten Regimen, gegen die sich die Performances richten sollten, effektiv vereinnahmt wurden. Auf diese Weise untersucht der Band ein zentrales Paradoxon: wie innovative Performances, die unterdrückerische Machtstrukturen herausfordern, auch zur bewussten, leidenschaftlichen Unterstützung unterdrückerischer Macht eingesetzt werden können.
Die Aufsätze führender internationaler Wissenschaftler stellen spannende Fragen zur historischen Avantgarde, zu Avantgardeakten und zur komplexen Rolle von künstlerischer Innovation und Live-Performance in der globalen Politik. Das Buch konzentriert sich auf Performances, die fortschrittlichen und demokratischen Ideen zuwiderlaufen (darunter Drama mit Drehbuch, inszenierter Selbstmord, Chortanz, Terrorismus, Kundgebungen und Spionage), und zeigt, dass viele überzeugende Performance-Ideale - Vereinigung, Begeisterung, Eintauchen - an sich weder moralisch noch unmoralisch sind; sie sind lediglich emotionale und ästhetische Triebe, die kraftvoll in eine Vielzahl sozialer und politischer Ausdrucksformen kanalisiert werden können.