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Venezuela and the United States
Lange bevor die Seemacht, der Panamakanal und das Erdöl die Aufmerksamkeit der Welt auf die Karibikküste lenkten, erkannten die führenden Politiker der Vereinigten Staaten das Potenzial Venezuelas als Dreh- und Angelpunkt für den südlichen Teil der Karibik. In Venezuela und die Vereinigten Staaten liefert Judith Ewell eine historische Analyse der wichtigsten Themen und Richtungen der Beziehungen zwischen den USA und Venezuela, von den frühen 1800er Jahren, als Simon Bolivar eine amerikanisch-republikanische Identität verkündete und Monroe die Verantwortung der USA für die Hemisphäre proklamierte, bis zur Gegenwart, in der die venezolanischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten die wachsende Bedeutung der sich entwickelnden Welt und ihre multilateralen Herausforderungen für die globale Hegemonie der USA widerspiegeln.
Ewell behandelt die politische, wirtschaftliche und kulturübergreifende Dynamik zweier Nationen und nähert sich ihrem Thema sowohl aus venezolanischer als auch aus US-amerikanischer Sicht. Ihr sorgfältiges Verständnis der gegensätzlichen Interessen und Ziele zeigt, wie andere Akteure, von Großbritannien bis zur OPEC, den Verlauf der diplomatischen Beziehungen der beiden Länder beeinflusst haben. Ewell zeigt, dass die zweihundertjährige Geschichte Venezuelas mit den Vereinigten Staaten alle Schlüsselmomente und -themen der interamerikanischen Beziehungen widerspiegelt, von den Roosevelt- und Olney-Korollarien über die Monroe-Doktrin, die Politik der guten Nachbarschaft, den Kalten Krieg, die Nord-Süd-Dialoge, die Schuldenkontroversen und die Zeit nach dem Kalten Krieg.
Anhand von Populärliteratur, Folklore und Reiseberichten untersucht Ewell, wie Venezolaner und Yanquis einander im Laufe der Jahre wahrgenommen haben, und schildert, wie die starke Präsenz der USA in der Wirtschaft und in der Populärkultur bei den Venezolanern Gefühle der Liebe und des Hasses gegenüber dem "American Way of Life" hervorgerufen hat. Der Autor argumentiert jedoch, dass in einer Hemisphäre, die eindeutig von den USA dominiert wird, eine neue internationale Ordnung entstanden ist, die schwachen Nationen wie Venezuela mehr Einfluss verleiht und gleichzeitig ein komplexes Mosaik von Allianzen schafft. Eine beispielhafte Geschichte der binationalen Beziehungen, Venezuela und die.