
Responsible Pedagogy: Moving Beyond Authority and Mastery in Higher Education
In den letzten Jahrzehnten war die öffentliche Hochschulbildung mit ständigen Krisen konfrontiert. Während die Staaten ihre Investitionen in die Hochschulbildung kürzen und gewinnorientierte Unternehmen versuchen, öffentliche Hochschulen und Universitäten zu verdrängen, haben diese öffentlichen Einrichtungen versucht, durch Maximierung der Effizienz zu konkurrieren, indem sie die Arbeit der Lehrkräfte herunterspielen und auslagern.
Verantwortungsvolle Pädagogik ist ein neues Plädoyer für die Bedeutung und den Wert der öffentlichen Hochschulbildung und der Arbeit der Lehrkräfte. Eric Detweiler gibt einen Überblick über die Geschichte der Rhetorik und des Schreibens in der Hochschulbildung, wobei er insbesondere die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden untersucht. Er stellt fest, dass von der sokratischen Methode bis hin zu mittelalterlichen Übungen, von MOOCs bis hin zum asynchronen Fernstudium das Gleichgewicht von Autorität und Handlungsfähigkeit im Klassenzimmer oft prekär ist. Aber das Problem geht tiefer. Sowohl der Autorität als auch der Handlungsfähigkeit liegt der Wert der Beherrschung zugrunde, den der Lehrer dem Schüler vermitteln soll. Diese Betonung der Beherrschung, so argumentiert Detweiler, verzerrt die richtige Beziehung zwischen Schüler und Lehrer, eine Beziehung, in der beide füreinander verantwortlich und verletzlich sind.
Unter Rückgriff auf zeitgenössische Ethik, rhetorische Theorie und Kritik an Praktiken im Online-Klassenzimmer entwickelt Detweiler eine Pädagogik der Verantwortung und zeigt, wie sie in Schreib- und Kommunikationslehrplänen, Aufgaben und Lehrer-Schüler-Interaktionen angewendet werden kann. Verantwortungsvolle Pädagogik rehabilitiert die angemessene Rolle des Lehrers, stellt unser neu gewonnenes Vertrauen in die Bildungstechnologie in Frage und weist den Weg zu einer besseren, effektiveren Pädagogik.