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United Front: Projecting Solidarity Through Deliberation in Vietnam's Single-Party Legislature
In China und anderen Autokratien wird behauptet, dass Ein-Parteien-Legislative und Wahlen für Bürger und Autokraten von gegenseitigem Nutzen sind. Diese Denkweise begründet sich damit, dass diese Institutionen mehrere Funktionen erfüllen können, wie z.
B. die Einschränkung der politischen Führung oder die Bereitstellung von Informationen über die Bürger. In United Front stellt Paul Schuler diese Ansichten durch seine Untersuchung der vergangenen und gegenwärtigen Funktionsweise der vietnamesischen Nationalversammlung (VNA) in Frage und argumentiert, dass die Hauptaufgabe der Legislative darin besteht, der Öffentlichkeit Stärke zu signalisieren.
Wenn sie aktiv ist, stellt das kritische Verhalten der Abgeordneten in der Legislative eher ein Kreuzfeuer innerhalb des Regimes als ein echtes Feedback der Bürger dar. Mit diesen Argumenten widerspricht Schuler dem wachsenden wissenschaftlichen Trend, demokratische Institutionen in Einparteiensystemen wie China und Vietnam als nützlich für die Bürger oder die Leistung des Regimes anzusehen.
Seine Argumentation legt auch nahe, dass es Grenzen für die Schaffung eines wirklich beratenden Autoritarismus durch quasi-demokratische Institutionen gibt. Durch die Anwendung eines breiten Spektrums modernster sozialwissenschaftlicher Methoden auf eine Fülle von Originaldaten wie Parlamentsreden, Wahlergebnisse und Umfragen zeigt Schuler, dass selbst in einer scheinbar lautstarken Legislative wie der VNA der eigentliche Zweck der Institution nicht darin besteht, die Ansichten der Bürger widerzuspiegeln, sondern vielmehr darin, die Präferenzen des Regimes zu signalisieren und gleichzeitig Rivalen auszuschalten.