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Constitutional Morality and the Rise of Quasi-Law
Die Amerikaner werden zunehmend von einer ungeschriebenen Verfassung regiert, die aus Durchführungsverordnungen, Unterschriftserklärungen und anderen Formen von Quasi-Gesetzen besteht, denen es an Vorhersehbarkeit und Konsistenz mangelt, die für ein ordnungsgemäßes Funktionieren des Rechtssystems unerlässlich sind. Infolgedessen bedeutet die US-Verfassung für die Menschen, die sie regieren soll, nicht mehr das, was sie sagt, und die Regierung handelt nicht mehr nach rechtsstaatlichen Grundsätzen. Diese Entwicklungen lassen sich auf einen Wandel in der "Verfassungsmoral" zurückführen, argumentieren Bruce Frohnen und George Carey in diesem anspruchsvollen Buch.
Der Grundsatz der Gewaltenteilung zwischen gleichberechtigten Regierungszweigen bildete den Eckpfeiler der ursprünglichen amerikanischen Verfassungsmoral. Jahrhunderts begannen die Progressiven, dieses Grundprinzip anzugreifen, weil sie der Meinung waren, dass es die Regierung daran hinderte, "die Angelegenheiten des Volkes zu erledigen". Das von ihnen eingeführte System der gemischten Befugnisse, der Delegation und der expansiven Rechtsauslegung lehnte die Ideale einer begrenzten Regierung ab, aus denen die Verfassung hervorgegangen war. Stattdessen förderten die Progressiven ein Regierungsmodell, das in den Ansprüchen der französischen Revolution wurzelt. Sie ersetzten eine Verfassung, die zwischen den verschiedenen geografischen und sozioökonomischen Gruppen der Gesellschaft vermitteln sollte, durch einen Korpus von Quasi-Gesetzen, die die demokratische Reformierung der Gesellschaft befehlen.
Das Streben nach dieser progressiven Vision hat sich in der amerikanischen rechtlichen und politischen Kultur verankert - auf Kosten der verfassungsmäßigen Garantien, die die Rechtsstaatlichkeit bewahren, so Frohnen und Carey.