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Shifting Grounds: Landscape in Contemporary Native American Art
Unter den zeitgenössischen indigenen Künstlern Nordamerikas zeichnet sich eine eindeutig indigene Form der Landschaftsdarstellung ab. Jahrhundertelang bediente sich die Landschaftsmalerei in der europäischen Kunst typischerweise gegenständlicher Strategien wie der Ein-Punkt-Perspektive, um Betrachter - und Siedler - in die Gebiete der alten und neuen Welt zu locken.
Im zwanzigsten Jahrhundert wandelte der abstrakte Expressionismus die Malerei in eine Malerei, die über die visuelle Welt hinausging, und später erweiterten der Minimalismus und die Land Art-Bewegung das Genre der Landschaftskunst um skulpturale Formen und ortsspezifische Installationen. In Shifting Grounds argumentiert die Kunsthistorikerin Kate Morris, dass indigene Künstler die Formen des Genres erweitern und neu konzipieren, indem sie indigene Haltungen zu Land und Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen, auch wenn sie sich auf gängige Kunstpraktiken stützen.
Die daraus resultierenden Werke sprechen alle fünf Sinne an: von der offenkundigen Sinnlichkeit der taktilen Gemälde von Kay WalkingStick über die unheimlichen Klanglandschaften der Videos von Alan Michelson bis hin zu den immersiven Umgebungen der Dioramen von Kent Monkman - diese Kunst ist von einer vollständig verkörperten und eingebetteten Subjektivität geprägt. Shifting Grounds erforscht Themen wie Anwesenheit und Abwesenheit, Überleben und Verletzlichkeit, Erinnerung und Gedenken sowie Macht und Widerstand und beleuchtet die Auseinandersetzung der Künstler nicht nur mit Land und Landschaft, sondern auch mit der Geschichte der Repräsentation selbst.