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Reconstructing Contracts
Jede Rechtsordnung muss entscheiden, wie sie zwischen einklagbaren und nicht einklagbaren Vereinbarungen unterscheidet. Förmliche Abmachungen auf dem Markt und lockere Versprechen in einem sozialen Umfeld bilden die beiden Extreme, aber viele schwierige Fälle liegen dazwischen. Wie sollten Gerichte Lücken in Verträgen füllen? Was bedeutet es, wenn man sagt, dass eine Vereinbarung rechtlich durchsetzbar ist? Welche Folgen hat es, wenn jemand einen rechtlich einklagbaren Vertrag bricht?
Seit 150 Jahren diskutieren Rechtsgelehrte darüber, ob es eine Reihe von kohärenten Grundsätzen gibt, die Antworten auf solche grundlegenden Fragen geben. Oliver Wendell Holmes bejahte diese Frage und vertrat die Auffassung, dass die ausgehandelte Gegenleistung, die Schadensersatzerwartung und eine Handvoll verwandter Ideen das Wesen des Vertragsrechts ausmachen. Die Arbeiten der nächsten Generationen, die ihren Höhepunkt in Grant Gilmores The Death of Contract (1974) fanden, vertraten eine gegenteilige Auffassung. Die Kohärenz, die Holmes versucht hatte, in das Gebiet zu bringen, war illusorisch. Es sei sinnvoller, Verträge lediglich als eine Art zivilrechtlicher Verpflichtung zu betrachten und der Versuchung zu widerstehen, starre und künstliche Regeln aufzustellen.
In Reconstructing Contracts nimmt Douglas Baird eine Bestandsaufnahme des aktuellen Stands der Vertragslehre vor und belebt dabei den klassischen Rahmen des anglo-amerikanischen Vertragsrechts neu. Er zeigt, dass die Grundsätze von Holmes grundlegend solide sind. Auch wenn sie nicht mehr die talismanische Qualität haben, die ihnen früher zugeschrieben wurde, sind sie, wenn sie richtig verstanden werden, für eine neue Generation von Studenten, Praktikern und Richtern weiterhin der beste Leitfaden für Verträge.