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Tangled Diagnoses: Prenatal Testing, Women, and Risk
Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert versucht die Medizin, die Geburt gesunder Kinder zu fördern, indem sie sich um den Körper der schwangeren Frau kümmert, was wir heute als pränatale Betreuung bezeichnen.
Ursprünglich standen die Frauen und nicht ihre ungeborenen Kinder im Mittelpunkt dieser medizinischen Aufmerksamkeit, doch die Pränataldiagnose in ihrer heutigen Form, die die Untersuchung des Fötus mit der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs verbindet, entstand in den frühen 1970er Jahren. Tangled Diagnoses untersucht die vielfältigen Folgen der weiten Verbreitung dieser medizinischen Innovation.
Pränatale Tests, so argumentiert Ilana L wy, sind vor allem zu einer Technologie des Risikomanagements geworden, deren Ziel es ist, angeborene Beeinträchtigungen zu verhindern, idealerweise durch die Entwicklung effizienter Therapien, in der Praxis aber vor allem durch die Verhinderung der Geburt von Kindern mit solchen Beeinträchtigungen. Anhand von wissenschaftlichen Untersuchungen, Interviews und direkter Beobachtung zweier Berufsgruppen in Frankreich und Brasilien, die eine besonders wichtige Rolle bei der Produktion von Wissen über die fötale Entwicklung spielen - Fetopathologen und klinische Genetiker -, um die realen Dilemmata aufzuzeigen, die pränatale Tests hervorrufen, wird dieses Buch für jeden von Interesse sein, der sich mit den soziopolitischen Bedingungen biomedizinischer Innovation, der Politik des Frauenkörpers, der Behinderung und der Ethik der modernen Medizin beschäftigt.