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Tangled Memories: The Vietnam War, the AIDS Epidemic, and the Politics of Remembering
Marita Sturken analysiert die Art und Weise, wie die US-Kultur in den 80er und 90er Jahren durch ihre Reaktion auf den Vietnamkrieg und die AIDS-Epidemie geformt und verändert wurde, und argumentiert, dass beide unsere konventionellen Vorstellungen von Gemeinschaft, Nation, Konsens und „amerikanischer Kultur“ erschüttert haben.
Sie untersucht das Verhältnis von Kamerabildern zur Produktion des kulturellen Gedächtnisses, die Vermischung von Fantasie und Reenactment in der Erinnerung, die Rolle von Trauma und Überlebenden bei der Schaffung von kulturellem Komfort und wie Heilungsdiskurse die Spannungen politischer Ereignisse glätten können. Sturkens Diskussion umfasst einen brillanten Vergleich zwischen dem Vietnam Veterans Memorial und dem AIDS-Quilt; besonders überzeugend ist ihre tiefgründige Betrachtung des Memorials als nationale Klagemauer, deren Betonung der Veteranen und Kriegstoten es ermöglicht hat, den Diskurs über Helden, Opfer und Ehre wieder aufleben zu lassen, während es gleichzeitig eine implizite Verurteilung des Krieges darstellt.
Das Buch enthält auch Diskussionen über das Kennedy-Attentat, den Golfkrieg, die Challenger-Explosion und die Rodney-King-Schlägerei. Sturken entlarvt nicht nur das Bild der Vereinigten Staaten als eine Kultur der Amnesie, sondern zeigt auch, dass das Erinnern selbst eine Form des Vergessens ist und dass die Ausgrenzung ein wesentlicher Bestandteil der Gedächtnisbildung ist.