Bewertung:

Desperate Passage bietet eine gründliche und fesselnde Schilderung der verhängnisvollen Reise der Donner Party, die sich auf Primär- und Sekundärquellen stützt, um einen gut recherchierten Bericht über ihre erschütternde Tortur zu liefern. Das Buch verbindet eine sachliche Erzählung mit einem reichhaltigen Kontext, der das Verständnis für die unter extremen Umständen getroffenen Überlebensentscheidungen fördert, insbesondere für das umstrittene Thema Kannibalismus. Die Leser schätzen die Fähigkeit des Autors, historische Ereignisse nachvollziehbar zu machen und gleichzeitig die sensationslüsternen Aspekte der Geschichte anzusprechen.
Vorteile:Hervorragende Erzählung, die detaillierte historische Zusammenhänge einwebt
Nachteile:Fesselnd und gut recherchiert, mit Primär- und Sekundärquellen
(basierend auf 274 Leserbewertungen)
Desperate Passage: The Donner Party's Perilous Journey West
Ende Oktober 1846 hielt der letzte Wagenzug der diesjährigen Westwärtswanderung über Nacht an, bevor er seinen beschwerlichen Aufstieg über die Sierra Nevada Mountains fortsetzte, nicht ahnend, dass ein furchtbarer Sturm aufzog. Nach monatelanger, zermürbender Reise saßen die 81 Männer, Frauen und Kinder in einem brutalen Winter mit wenig Nahrung und nur einer primitiven Unterkunft fest. Das Ergebnis ist bekannt: Bis zum Frühjahr des nächsten Jahres war die Donner Party ein Synonym für die schlimmsten Extreme des menschlichen Überlebens. Aber bis jetzt war die ganze Geschichte, die uns etwas über die menschliche Natur und die Expansion Amerikas nach Westen erzählt, von einem Mythos umhüllt.
Ethan Rarick stützt sich auf neue archäologische Funde, aktuelle Forschungsergebnisse zu Themen wie Überlebensraten und Schneefallzahlen sowie herzzerreißende Briefe und Tagebücher, die von Nachfahren eineinhalb Jahrhunderte nach der Tragödie veröffentlicht wurden, und zeichnet so ein intimes Porträt der Donner Party und ihrer unvorstellbaren Tortur: eine Mutter, die ihre Familie teilen muss, ein kleines Mädchen, das vor Mut strahlt, eine hingebungsvolle Ehefrau, die sich weigert, ihren Mann zu verlassen, ein Mann, der sein Leben riskiert, nur um sein Wort zu halten. Aber Rarick widersteht sowohl den grausamen, sensationslüsternen Berichten über die Donner Party als auch den späteren Versuchen, die Überlebenden zu archetypischen Pionierhelden zu machen. Die Donner Party, schreibt Rarick, ist eine Geschichte harter Entscheidungen, die weder heldenhaft noch schurkisch waren. Oft zeigten die Auswanderer eine realistische und typisch menschliche Mischung aus Großzügigkeit und Egoismus, eine aus der Not geborene Legierung.
Die rasante, herzzerreißende und klarsichtige Geschichte A Desperate Hope wirft ein neues Licht auf eine der schrecklichsten Begegnungen Amerikas zwischen dem Traum von einem besseren Leben und der harten Realität, mit der solche Träume so oft konfrontiert werden.