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Many Worlds Under One Heaven: Material Culture, Identity, and Power in the Northern Frontiers of the Western Zhou, 1045-771 Bce
In der Mitte des elften Jahrhunderts v. Chr.
stürzten die Zhou die Shang, eine dynastische Macht, die große Teile Nord- und Zentralchinas beherrscht hatte. In den nächsten drei Jahrhunderten dehnten sie die Grenzen ihrer politischen Kontrolle deutlich über die der Shang aus. Um ihren Sieg über die Shang und ihre territoriale Expansion zu rechtfertigen, führten die Zhou eine politische Ideologie ein, die sich auf das Mandat des Himmels stützte und den Zhou-König als Herrscher über die Grenze vom Zentrum der Zivilisation aus darstellte.
Die heutige Wissenschaft hält oft noch an dieser Kern-Peripherie-Perspektive fest und betont die kulturelle Assimilation und politische Integration während der Zhou-Herrschaft. Neuere archäologische Funde zeichnen jedoch ein komplexeres Bild.
Many Worlds Under One Heaven analysiert ein breites Spektrum an neu ausgegrabenem Material, um eine neue Perspektive auf den politischen und kulturellen Wandel in der westlichen Zhou-Zeit zu eröffnen. Durch die Untersuchung von Gräbern, Bronzeinschriften und anderen Artefakten stellt Yan Sun die Zhou-zentrierte Sichtweise durch eine auf die Grenze fokussierte Perspektive in Frage, die die Rolle der verschiedenen Akteure hervorhebt.
Sie zeigt die Komplexität der Identitätskonstruktion und der Machtbeziehungen an den nördlichen Grenzen der westlichen Zhou auf und vertritt die Ansicht, dass die Grenzregionen als ein Land der Verhandlungen betrachtet werden sollten, das Zeuge kultureller Hybridisierung und Experimente war. Many Worlds Under One Heaven stellt das Kern-Peripherie-Modell auf den Kopf und zeigt die Vielfalt und Flexibilität der Identität im frühen China auf.