
Diversity in the East-Central European Borderlands: Memories, Cityscapes, People
Auf der Grundlage von aktuellem Feldmaterial schlägt dieser Sammelband einen anthropologischen Ansatz für die palimpsestartigen Milieus von Wroclaw, Lviv, Chernivtsi und Chişinău vor.
In diesen ostmitteleuropäischen Grenzstädten wurde das Erbe des Nationalsozialismus, des Marxismus-Leninismus und des gewalttätigen Ethno-Nationalismus in den letzten Jahrzehnten auf der Suche nach einer tiefgreifenden moralischen Abrechnung und als Antwort auf die Herausforderungen der (Post-)Übergangszeit aufgearbeitet. Die gegenwärtigen Formen und Inhalte dieser urbanen Umgebungen ergeben sich aus einer Kombination von fragmentierten materiellen Umgebungen, kulturellen Kontinuitäten und politischen Brüchen, der heutigen Kulturerbe-Industrie und kollektiven Erinnerungen an die umstrittene Vergangenheit, ausdrucksstarken architektonischen Formen und weniger auffälligen sinnstiftenden Aktivitäten menschlicher Akteure.
Mit anderen Worten: Sie entstehen in einem ständigen Spannungsverhältnis zwischen den Entscheidungen der Vergangenheit und der Last der Vergangenheit. Neu an diesem Buch ist der mehrstufige Ansatz zur Analyse der Auseinandersetzung mit der verlorenen Vielfalt in historischen urbanen Milieus voller Leerstellen und Brüche der Nachkriegszeit. In den gesammelten Studien wird insbesondere die Möglichkeit erprobt, die theoretischen Thesen der Memory Studies mit breiteren Konzeptualisierungen von Grenzgebieten, kosmopolitischer Sozialität, urbanen Mythologien und Hybridität zu verbinden.
Zu den Autoren des Bandes gehören Eleonora Narvselius, Bo Larsson, Natalia Otrishchenko, Anastasia Felcher, Juliet D. Golden, Hana Cervinkova, Pawel Czajkowski, Alexandr Voronovici, Barbara Pabjan, Nadiia Bureiko, Teodor Lucian Moga und Gaelle Fisher.