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Four Fools in the Age of Reason: Laughter, Cruelty, and Power in Early Modern Germany
Dorinda Outram enthüllt die fast verlorene Welt der Hofnarren im Deutschland des 18. Jahrhunderts und zeigt, dass das Lachen ein wesentliches Instrument der Macht war. Ob heiter oder grausam, das Lachen veränderte die sozialen und politischen Beziehungen.
Outram führt uns zunächst an den Hof von Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der sich nicht nur als Verwaltungsreformer und notorischer Militarist, sondern auch als „Meister der Narren“ entpuppt, als ein Herrscher, der Narren benutzte, um seine unsichere Macht zu festigen. Die Autobiographie des umherziehenden Narren Peter Prosch bietet einen seltenen Einblick in die kleinen Höfe im katholischen Süddeutschland, Österreich und Bayern. Voller scharfer Beobachtungen von Prälaten und Fürsten berichtet die Autobiographie auch von Episoden der außergewöhnlichen Grausamkeit, für die die deutschen Fürstenhöfe berüchtigt waren. Joseph Fröhlich, Hofnarr in Dresden, zeigt weitere reizvolle Facetten des Narrentums. Als gewiefter Geschäftsmann und Held der Meißner Fabriken war er dem Narrenleben tief verbunden. Das Buch endet mit einer Verbindung zwischen dem wachsenden Skeptizismus der Aufklärung und dem Niedergang des Hofnarrenwesens um 1800.
Outrams Buch ist von unschätzbarem Wert, weil es uns ein so lebendiges Bild des Hofnarren vermittelt und vor allem aufzeigt, wie diese Figur ein neues Licht auf die Machtausübung im Europa der Aufklärung werfen kann.