
Victorian Bestseller: The Life of Dinah Craik
Als die Schriftstellerin Dinah Craik (1826-87) starb, drückten unter anderem Lord Alfred Tennyson, Matthew Arnold, Robert Browning, T. H.
Huxley und James Russell Lowell ihre Trauer aus, und sogar Königin Victoria griff zur Feder, um dem Witwer ihren Trost zu spenden. Trotz Craiks enormer Popularität während ihrer vierzigjährigen literarischen Karriere ist sie heute fast vergessen. Doch in ihrem ansonsten respektablen und von Skandalen geprägten Leben war dies genau das, was sie wollte.
Victorian Bestseller ist das erste Buch, das die Geschichte von Dinah Craiks bemerkenswertem Leben erzählt. Karen Bourrier kombiniert umfangreiche Archivarbeit mit theoretischen Arbeiten zur Behindertenforschung und zur Professionalisierung der weiblichen Autorschaft und zeichnet auf fesselnde Weise die Konturen des Lebens dieser Autorin nach.
Craik, die sich in ihrem Werk ausführlich mit dem Thema Behinderung auseinandersetzte, war in ihrem persönlichen und beruflichen Leben, das von Erfahrungen mit geistiger und körperlicher Behinderung sowie vom Auf und Ab der Gesundheit geprägt war, keine Unbekannte. In Anlehnung an die Ethik der Pflege und die Disability Studies stellt das Buch Craik als interdependentes Subjekt dar und verortet sie in einem Netzwerk von Schriftstellern, Verlegern, Redakteuren und Künstlern, Freunden und Familienmitgliedern.
Victorian Bestseller zeichnet auch die Bedingungen in der materiellen Geschichte des Buches nach, die es den viktorianischen Schriftstellerinnen ermöglichten, ihre Karrieren zu entfalten. Auf diese Weise verbindet die Biografie Körperlichkeit, Geschlecht und die materielle Geschichte des Buches mit der Professionalisierung der viktorianischen Autorinnenschaft.