Bewertung:

Das Buch „Vincere: The Italian Royal Counter-insurgency Operations in Africa, 1922-1940“ von Federica Fasanotti ist eine umfassende Studie über Italiens Aufstandsbekämpfung in Libyen und Äthiopien vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist eher eine akademische Abhandlung als eine historische Erzählung, in der die verschiedenen strategischen Konzepte des italienischen Militärs ausgepackt werden. Während es sich eindeutig an ein Publikum richtet, das ein ernsthaftes Interesse an der Aufstandsbekämpfung hat, ist es für den allgemeinen Leser aufgrund seiner lehrbuchartigen Struktur und des Mangels an visuellen Hilfsmitteln wahrscheinlich weniger ansprechend.
Vorteile:⬤ Erstes ernstzunehmendes Werk in englischer Sprache über die italienische Aufstandsbekämpfung in Afrika
⬤ Detaillierte Analyse der Operationen in Libyen und Äthiopien
⬤ Bietet strategische Einblicke, die für Militärexperten und Akademiker wertvoll sein können
⬤ Klar und fesselnd geschrieben
⬤ Bietet eine seltene Perspektive auf die Erfolge einer regulären Armee gegen Guerillataktiken.
⬤ Nicht für allgemeine Leser geeignet
⬤ Fehlt eine chronologische Erzählung, so dass es sich eher wie ein Handbuch als eine Geschichte anfühlt
⬤ Wenige Karten und einige schlecht redigierte Übersetzungen
⬤ Könnte für diejenigen, die kein großes Interesse an der Aufstandsbekämpfung haben, zu spezialisiert sein.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Vincere: The Italian Royal Army's Counterinsurgency Operations in Africa 1922-1940
Vincere bietet einen Überblick über die Aufstandsbekämpfungsoperationen der königlichen Armee Italiens von 1922 bis 1941 in Libyen und Äthiopien. Auf der Grundlage von zehnjährigen Untersuchungen in den italienischen Archiven und vor Ort beleuchtet dieser Band eine Zeit, in der die königliche Armee Italiens mit erheblichen neuen Herausforderungen in der Kriegsführung konfrontiert war. Angesichts neuer Herausforderungen auf einem untypischen Kriegsschauplatz zogen die Streitkräfte der Königlichen Armee Italiens wichtige Lehren, die die Führung künftiger Kämpfe prägen sollten. In dem in dieser Arbeit behandelten Zeitraum mussten sich die Streitkräfte des Königlichen Italienischen Heeres an das neue Terrain anpassen und gleichzeitig ihre Techniken und Methoden im Hinblick auf die lokale Bevölkerung und die allgemeinen Merkmale der Gebiete in Afrika modifizieren. Die Italiener verließen sich nicht mehr auf schwere, langsame Bataillone, die größtenteils aus italienischen Truppen bestanden, sondern wandten sich stattdessen mobilen Einheiten zu, die leicht bewaffnet waren und hauptsächlich aus afrikanischen Truppen bestanden, die in der Lage waren, schnell auf die Erfordernisse dieser Art von Krieg zu reagieren. Männer aus der loyalen Kolonie Eritrea, aus Somalia, Libyen, aus den Ländern am Roten Meer und sogar aus Äthiopien ersetzten nach und nach die italienischen Truppen. In Libyen wurden die Kriegs- und Aufstandsbekämpfungsoperationen hauptsächlich von regulären Infanterie- (libysche Bataillone, M haristen, Saharier) und Kavallerieeinheiten (Savaris und Spahis) durchgeführt, während in Äthiopien reguläre und irreguläre Verbände eingesetzt wurden.
Vincere bietet einen Einblick in einige der frühesten Operationen zur irregulären Kriegsführung und Aufstandsbekämpfung, die die modernen italienischen Streitkräfte jemals durchgeführt haben.
Die italienischen Streitkräfte sahen sich bei ihren Operationen zur Aufstandsbekämpfung (COIN) auf einem für sie neuen Kriegsschauplatz mit der lokalen Bevölkerung konfrontiert. In Libyen wurde die Rebellion innerhalb von zehn Jahren niedergeschlagen, allerdings zu einem hohen Preis für die regionalen Streitkräfte. In Äthiopien, wo die COIN-Operationen durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurden, deuten die verfügbaren Daten darauf hin, dass militärische Maßnahmen, begleitet von einer verantwortungsvolleren Politik gegenüber der Bevölkerung, den Aufstand letztendlich niedergeschlagen hätten. Der Einsatz von Luftstreitkräften in Äthiopien hat einen großen Unterschied gemacht, und die Lehren daraus wurden lange vor den französischen Erfahrungen in Algerien gezogen. Die Italiener führten über zwanzig Jahre lang Aufstandsbekämpfungsoperationen auf zwei geografisch getrennten Schauplätzen und in zwei sehr unterschiedlichen operativen Umgebungen durch, und aus diesen unterschiedlichen Erfahrungen können Praktiker und Wissenschaftler viel lernen.