Bewertung:

Das Buch „Visions of a Better World“ von Dixie und Eisenstadt ist eine detaillierte und wissenschaftliche Untersuchung von Howard Thurmans Reise nach Indien und seines Einflusses auf die Entwicklung der Gewaltlosigkeit in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Sie heben die Bedeutung von Thurmans Lehren und Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Gandhi hervor und betonen seinen Fokus auf die Religion Jesu und nicht auf das offizielle Christentum.
Vorteile:Gut recherchiert und wissenschaftlich fundiert, klare Darstellung theologischer Fragen, eindringliche Darstellung, außergewöhnliche Einblicke in Thurmans Leben und seine Mission, effektive Darstellung der Gewaltlosigkeit als soziale Strategie, knappe 200 Seiten und inspirierende Berichte über Thurmans Begegnungen mit einflussreichen Persönlichkeiten wie Gandhi.
Nachteile:Manchen mag es an einer breiteren öffentlichen Anerkennung von Howard Thurmans Beiträgen mangeln, und der Wunsch nach einer weiteren Erforschung seines Einflusses lässt vermuten, dass das Buch die Leser mit dem Wunsch nach zusätzlichem Kontext zurücklässt.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Visions of a Better World: Howard Thurman's Pilgrimage to India and the Origins of African American Nonviolence
Im Jahr 1935, auf dem Höhepunkt seiner Kräfte, unternahm Howard Thurman, einer der einflussreichsten afroamerikanischen religiösen Denker des 20. Jahrhunderts, eine entscheidende Reise nach Indien, die ihn für immer verändern sollte - und die letztlich den Verlauf der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten prägen sollte.
Als Thurman (1899-1981) als erster Afroamerikaner mit Mahatma Gandhi zusammentraf, sah er sich aufgerufen, eine neue Version des amerikanischen Christentums zu schaffen, eine, die sich über selbst auferlegte rassische und religiöse Grenzen hinwegsetzt und sich gegen die enormen sozialen Ungerechtigkeiten wappnet, die die Vereinigten Staaten in dieser Zeit plagten. Gandhis Philosophie und Praxis des Satyagraha, der "Seelenkraft", sollte einen bedeutenden Einfluss auf Thurman haben und ihm die Wirksamkeit des gewaltlosen Widerstands vor Augen führen.
Nach der Reise nach Indien wurde Thurmans eindeutig amerikanische Übersetzung von Satyagraha in einen schwarzen christlichen Kontext zu einer der wichtigsten Inspirationen für die Bürgerrechtsbewegung und erfüllte Gandhis vorausschauende Worte, dass "die unverfälschte Botschaft der Gewaltlosigkeit vielleicht durch die Neger in die Welt getragen wird". Thurman gründete später eine der ersten explizit rassenübergreifenden Gemeinden in den Vereinigten Staaten und beeinflusste eine ganze Generation schwarzer Geistlicher, darunter Martin Luther King Jr.
Visions of a Better World zeigt eine visionäre Führungspersönlichkeit in einem transformativen Moment seines Lebens. Quinton Dixie und Peter Eisenstadt erforschen anhand von bisher unerschlossenem Archivmaterial und unbekannten Veröffentlichungen zum ersten Mal Thurmans Entwicklung zu einem herausragenden Theologen, der das amerikanische Christentum - und die amerikanische Geschichte - tiefgreifend beeinflussen sollte.