
Visualizing Household Health: Medieval Women, Art, and Knowledge in the Rgime Du Corps
Im Jahr 1256 beauftragte die Gräfin der Provence, Beatrice von Savoyen, ihren Leibarzt mit der Erstellung eines Gesundheitshandbuchs für ihre Töchter. Dieses in französischer Sprache verfasste und als Rgime du corps bekannte Gesundheitshandbuch wurde populär und einflussreich. In den folgenden zweihundert Jahren entstanden fast siebzig überlebende Kopien und Übersetzungen in mindestens vier weitere Sprachen. In Visualizing Household Health zeigt die Kunsthistorikerin Jennifer Borland anhand des Rgime, wie Geschlecht und Gesundheitsvorsorge im mittelalterlichen Haushalt zusammenkamen.
Visualizing Household Health untersucht die Art der im Rgime dargestellten Haushalte und wie deren Mitglieder mit der professionalisierten Medizin interagierten. Borland konzentriert sich auf mehrere illustrierte Versionen des Manuskripts, die historisierte Initialen enthalten, die einfache Szenen im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge darstellen, z. B. Patientengespräche mit Ärzten, Verfahren wie Aderlass sowie Nahrungsmittel und Getränke, die für eine gute Gesundheit empfohlen werden. Borland argumentiert, dass diese Bilder wichtige Details über die Art der Handlungsfähigkeit von Frauen im Haushalt liefern - und sehr überzeugende Beweise dafür liefern, dass Frauen mehrere Arten der Gesundheitsfürsorge durchführten. Darüber hinaus, so behauptet sie, öffnet das Rgime ein Fenster zur Geschichte der mittelalterlichen Frauen als Besitzerinnen, Mäzeninnen und Leserinnen von Büchern.
Das Buch ist interdisziplinär angelegt und erweitert die Vorstellungen von der mittelalterlichen medizinischen Gemeinschaft und der Rolle der Frauen in der mittelalterlichen Gesundheitsfürsorge. Es wird von Wissenschaftlern und Studenten der Frauengeschichte, der Kunstgeschichte, der Buchgeschichte und der Geschichte der Medizin begrüßt werden.