
Visual and Plastic Poetics: From Brazilian Concretism to the Chilean Neo-Avant-Garde
Die brasilianische Konkrete Poesie (ab den 1950er Jahren), die sich durch eine a-syntaktische Vorgehensweise auszeichnet und sich auf das Wort und das Gedicht als Objekt konzentriert, übt auf kreative und oft spielerische Weise Kritik an der Art und Weise, wie wir mit Sprache und Literatur umgehen. Die Techniken der Konkreten Poesie gehen über die brasilianischen Grenzen hinaus bis zur chilenischen Neo-Avantgarde der 1970er und 1980er Jahre.
Robinson zeigt zum ersten Mal, wie drei chilenische experimentelle Dichter, Cecilia Vicuña (1947-), Juan Luis Martínez (1942-1993) und Rodrigo Lira (1949-1981), die brasilianische Konkrete Poesie entwickeln und erweitern. Darüber hinaus überträgt die chilenische Wiederaufnahme der Experimente der Konkreten Poesie die Sprachkritik von einer internationalen Sphäre auf die harte politische Realität der chilenischen Politik, insbesondere während oder im Zusammenhang mit der Diktatur von Augusto Pinochet. Rachel Robinson hat mehrere Artikel über die Werke lateinamerikanischer experimenteller Dichter veröffentlicht.
Sie schloss 2018 ihren DPhil an der University of Oxford ab und erhält 2021 ein Postdoktorandenstipendium am Instituto de Estudios Avanzados der Universidad de Santiago de Chile. Diesen Sommer wird sie ein Postdoc-Stipendium der Humboldt-Stiftung in Berlin antreten.