Bewertung:

Das Buch „Gerechtigkeit im Konsum“ bietet eine tiefgreifende Erforschung der Geschichte und der kulturellen Aspekte des Essens und des Lebensmittelkonsums in Europa. Es ist eine langatmige, aber aufschlussreiche Erzählung, die den Leser dazu anregt, über seine Beziehung zum Essen und die zugrunde liegenden Einflüsse von Kultur und Spiritualität nachzudenken.
Vorteile:Reichhaltige Erzählungen, aufschlussreicher historischer Kontext, Anregung zur Selbstreflexion über die Wahl der Lebensmittel, Verbindung von kulturellen und spirituellen Beobachtungen.
Nachteile:Die langatmige Erzählung könnte sich für manche Leser erschöpfend anfühlen, und es könnte schwierig sein, ihr zu folgen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
From Gluttony to Enlightenment: The World of Taste in Early Modern Europe
Der seit der Antike als niedrig und tierisch verachtete Geschmackssinn wird heute als Verbündeter der Freude, als Quelle des Abenteuers und als Arena für das Streben nach Kultiviertheit gefeiert.
Die Franzosen verherrlichten den Geschmack als Zugang zur Ekstase und revolutionierten ihre Küche und Sprache, um diese neue Art der Auseinandersetzung mit der Welt zum Ausdruck zu bringen. Viktoria von Hoffmann untersucht vier Arten von frühneuzeitlichen Texten - kulinarische, medizinische, religiöse und philosophische - um den Aufstieg des Geschmacks vom Sündigen zum Schönen zu verfolgen.
Indem sie Lebensmittelkunde und Geschichte der Sinne miteinander verbindet, nimmt sie die Leser mit auf eine Odyssee, die eine grundlegende menschliche Erfahrung neu definierte. Gelehrte und Köche entdeckten eine Vielzahl von Möglichkeiten, Lebensmittel zuzubereiten und zu präsentieren. Weitgereiste Flotten kehrten nach Europa zurück und brachten neue Gemüsesorten, exotische Früchte und scharfe Gewürze mit.
Gastgeber verfeinerten ihre Vorstellungen von häuslicher Gastfreundschaft, während Philosophen über den Körper und seine Wahrnehmungen nachdachten. Wie von Hoffmann zeigt, bewirkten diese Arbeiten einen grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung und im Denken, der den Geschmack aus dem niederen Bereich der Zunge in die ätherischen Höhen der Ästhetik beförderte.