Bewertung:

Nancy Sinkhoffs Biografie von Lucy Dawidowicz bietet einen detaillierten Einblick in ihr Leben, ihr Werk und den breiteren Kontext der jüdischen Geistesgeschichte des 20. Während das Buch für seine Recherche und Lesbarkeit gelobt wird, vermissen einige Rezensenten einen Einblick in Dawidowiczs persönliche Entwicklung.
Vorteile:Gut recherchiert, faszinierende Darstellung der jüdischen intellektuellen und politischen Entwicklung, lesbarer Schreibstil, präsentiert eine einzigartige Perspektive auf die Holocaust-Forschung.
Nachteile:Es fehlt an Tiefe in Bezug auf die persönliche Entwicklung und den politischen Weg von Lucy Dawidowicz, einige fanden es nicht interessant oder schwierig zu lesen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
From Left to Right: Lucy S. Dawidowicz, the New York Intellectuals, and the Politics of Jewish History
From Left to Right: Lucy S. Dawidowicz, die New Yorker Intellektuellen und die Politik der jüdischen Geschichte ist die erste umfassende Biografie von Dawidowicz (1915-1990), einer Pionierin der Historikerin auf dem Gebiet, das heute als Holocaust-Studien bezeichnet wird. Dawidowicz war in den Nachkriegsjahren nicht nur wegen ihrer wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch wegen ihrer politischen Ansichten ein Begriff. Wie viele andere New Yorker Intellektuelle war Dawidowicz in ihrer Jugend Kommunistin, wurde Mitte des Jahrhunderts Demokratin unter FDR und trat später für den Neokonservatismus ein. Nancy Sinkoff argumentiert, dass Dawidowiczs Rechtsruck aus dem Leben im Vorkriegspolen, der Beobachtung des Holocausts von New York City aus und der Arbeit mit Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland resultierte. Auf der Grundlage von über fünfundvierzig Archivbeständen beschreibt From Left to Right Dawidowiczs Leben als ein Fenster zu den wichtigsten Ereignissen und Themen des jüdischen Lebens im 20.
From Left to Right ist in vier Teile gegliedert. Teil 1 erzählt die Geschichte von Dawidowiczs Kindheit, Jugend und Studienzeit, als sie als Tochter von Einwanderern in New York City lebte. Teil 2 erzählt von Dawidowiczs prägenden europäischen Jahren in Polen, New York City (als sie in die europäisch anmutende Welt des New Yorker YIVO eingeschlossen war) und Deutschland. Teil 3 erzählt, wie Dawidowicz Amerikanerin wurde, während die polnisch-jüdische Kultur noch in ihrem Herzen verankert war, und untersucht, wann und wie Dawidowicz für die amerikanisch-jüdische Öffentlichkeit zur Stimme des osteuropäischen Judentums wurde. Teil 4 zeigt die Kluft zwischen Dawidowiczs europäisch geprägter, nationalistischer, moderner jüdischer Identität in der Diaspora und der sich wandelnden Definition des amerikanischen Liberalismus ab den späten 1960er Jahren auf, als auch der Neokonservatismus aufkam. Das Buch enthält eine Interpretation ihrer Memoiren From that Place and Time sowie einen Anhang mit einunddreißig bisher unveröffentlichten Briefen, die das breite Spektrum ihrer Arbeit und Person veranschaulichen.
Dawidowiczs rechtsgerichtete Politik, ihr Sexualleben und ihr unerschrockenes Engagement für den jüdischen Partikularismus in einem osteuropäisch-jüdischen Umfeld haben dazu geführt, dass sie von der Wissenschaft vernachlässigt wurde. Daher ist dieses Buch für Wissenschaftler und allgemein an jüdischen und Frauenstudien interessierte Leser sehr zu empfehlen.