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Vexed with Devils: Manhood and Witchcraft in Old and New England
Geschichten über Hexerei und dämonische Besessenheit vom frühneuzeitlichen England bis zu den letzten offiziellen Prozessen im kolonialen Neuengland.
Diejenigen, die im frühneuzeitlichen England vom Teufel besessen waren, wiesen in der Regel eine Reihe gemeinsamer Symptome auf: Anfälle, Erbrechen, Visionen, Verrenkungen, Zungenreden und eine Abneigung gegen das Gebet. Es war jedoch eine Frage der Interpretation und manchmal der öffentlichen Meinung, ob diese Symptome dem Opfer auferlegt wurden oder ob sie von innen kamen. Sowohl im frühneuzeitlichen England als auch im kolonialen Neuengland gab es Fälle, in denen die Grenze zwischen Hexerei und dämonischer Besessenheit verwischt wurde, am bekanntesten sind die Hexenprozesse von Salem. Die Historiker erkennen zwar einige Ähnlichkeiten zwischen den Hexenprozessen in den beiden Regionen an, wie etwa die Tatsache, dass die überwältigende Mehrheit der Hexen Frauen waren, doch die Geschichte dieser Fälle konzentriert sich in erster Linie auf lokale Kontexte und Besonderheiten. Dabei übersehen sie, wie sehr die Männlichkeit bei Besessenheits- und Hexereiprozessen eine Rolle spielte.
Vexed with Devils ist eine Kulturgeschichte des Phänomens der Hexenbesessenheit, in deren Mittelpunkt die Rolle der Männer und der patriarchalen Macht steht. Erika Gasser zeigt, dass Hexereiprozesse ebenso viel damit zu tun hatten, wer in der Gemeinschaft die Macht hatte, ein Urteil zu fällen oder die Ordnung zu untergraben, wie mit dem religiösen Glauben. Sie argumentiert, dass die geschlechtsspezifische Dynamik von Besessenheit und Hexerei zeigte, dass umstrittene Bedeutungen von Männlichkeit eine entscheidende Rolle im Kampf um die Aufrechterhaltung der Autorität spielten. Auch wenn nicht alle Männer in der Lage waren, sich auf die gleiche Weise Macht zu verschaffen, so beriefen sich doch viele der Beteiligten - diejenigen, die so taten, als seien sie besessen, Männer, die als Hexen beschuldigt wurden, und Männer, die Besessenheitspropaganda schrieben - auf die Männlichkeit, als sie in diesen gefährlichen Zeiten für sich selbst eintraten. Gasser kommt schließlich zu dem Schluss, dass der Rückgang der Fälle von Besessenheit und Hexerei nicht nur ein Produkt des Wandels im Laufe der Zeit war, sondern vielmehr ein Hinweis auf die Art und Weise, in der die patriarchalische Macht während der gesamten Kolonialzeit und darüber hinaus fortbestand.
Vexed with Devils untersucht eine beunruhigende Zeit und bietet eine überraschende neue Perspektive auf unsere eigene, indem es Geschichten und Stimmen verwendet, die in den Aufzeichnungen auf eine Weise auftauchen, die uns weiterhin fasziniert und verunsichert.