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Limbo Beirut
In Hilal Choumans Limbo Beirut erzählen abwechselnd ein schwuler Künstler, ein erfolgloser Romanautor, eine schwangere Frau, ein behinderter Ingenieurstudent, ein ehemaliges Milizmitglied und ein medizinischer Assistenzarzt von den gewalttätigen Ereignissen im Mai 2008, als Hisbollah-Kämpfer und sunnitische Kämpfer in den Straßen von Beirut aufeinander trafen.
Für die meisten dieser jungen Männer und Frauen ist der libanesische Bürgerkrieg (1975-1990) nur noch eine vage Erinnerung, doch die Brutalität des Mai 2008 weckt vergessene Erinnerungen und schürt Ängste vor einem Wiederaufleben der sektiererischen Gewalt. Doch trotz dieser Befürchtungen hilft die Gewalt, die diese Figuren erleben, ihnen, sich von den alltäglichen Details ihres Lebens zu lösen und die Welt neu zu betrachten.
Durch die vielen Erzählstimmen und die Dutzenden von Tuschezeichnungen, die den Text begleiten, erreicht Chouman mit diesem Roman eine faszinierende filmische Qualität, die in der modernen arabischen Belletristik einzigartig ist. Die Leser werden nicht nur die bedeutungsvolle Erforschung der Auswirkungen von Gewalt auf die Psyche zu schätzen wissen, sondern auch mit Vergnügen entdecken, wie sich die Leben dieser Figuren - die einander fast alle fremd sind - auf überraschende Weise überschneiden.