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While Rome Burned: Fire, Leadership, and Urban Disaster in the Roman Cultural Imagination
Während Rom brannte widmet sich der Schnittstelle von Feuer, Stadt und Kaiser im antiken Rom und zeichnet die entscheidende Rolle nach, die städtische Feuersbrünste sowohl als Realität als auch als Metapher in der Politik und Literatur der frühen Kaiserzeit spielten.
Stadtbrände stellten für die Kaiser von Augustus bis Hadrian ein ständiges Problem dar, vor allem angesichts der Erwartung, dass der princeps sowohl Beschützer als auch Versorger der Bevölkerung Roms sein sollte. Das Problem stellte sich für jeden Herrscher anders dar, und jeder versuchte, es auf seine eigene Weise zu lösen.
Diese Geschichte lässt sich am genauesten in der römischen Literatur verfolgen, da die Autoren die aufeinander folgenden Momente der politischen Krise durch die dialektische Auseinandersetzung mit früheren Brandkatastrophen in Roms historischer Vergangenheit und kulturellem Repertoire bewältigten. Im zunehmend repressiven Umfeld des frühen Fürstentums setzten römische Autoren häufig "figurierte" Sprache und mythopoetische Erzählungen ein, um politisch riskante Themen zu behandeln. Als Reaktion auf die sich wandelnden politischen und sozialen Realitäten werden in der Literatur der frühen Kaiserzeit nicht nur historische Brände, sondern auch archetypische und mythische Darstellungen von Feuersbrünsten neu interpretiert und wiederbelebt.
Dabei setzt sich die Autorin kritisch mit dem wachsenden Teilgebiet der Katastrophenforschung sowie mit theoretischen Ansätzen zu Sprache, Anspielung und kulturellem Gedächtnis auseinander. Das Buch ist eine politische und poetische Studie, die sich mit den Überschneidungen von Feuer, Stadt und Herrscher in den ersten anderthalb Jahrhunderten der römischen Kaiserzeit befasst und Auswirkungen auf andere vormoderne Städte hat, die alle die Schrecken des städtischen Feuers erlebt haben.