
Making Truth in Early Modern Catholicism
Die Wissenschaft hat die Ungewissheiten, die die frühneuzeitlichen Wissenskulturen heimsuchten, zu schätzen gelernt. Tatsächlich wird das Bewusstsein für die Fragilität und Pluralität des Wissens heute als Schlüsselelement für das Verständnis der frühneuzeitlichen Wissenschaft als Ganzes angeboten.
Dennoch haben frühneuzeitliche Akteure die Möglichkeit der Gewissheit selbst nie in Frage gestellt und sich nie gegen die Vorstellung gewandt, die Wahrheit sei da draußen, universell und daher vor menschlicher Manipulation sicher. Dieses Buch untersucht, wie es den frühneuzeitlichen Akteuren gelang, trotz zunehmender Unsicherheiten und offenkundiger Meinungsverschiedenheiten über das Wesen von Gott, Mensch und Universum nicht dem postmodernen Relativismus zu erliegen.
Ein internationales und interdisziplinäres Team von Experten aus den Bereichen Wissenschaftsgeschichte, Theologie und Ideengeschichte analysiert eine Reihe von Praktiken, die für die Aufrechterhaltung und Funktionalisierung des Begriffs der absoluten Wahrheit zentral waren. Durch eine solche interdisziplinäre Forschung zeigt das Buch, wie Gewissheit über die Wahrheit erreicht werden konnte und wie die frühe moderne Gesellschaft die Glaubwürdigkeit einer Vielzahl von Akteuren in unterschiedlichen Wissensbereichen anerkannte.