
Whenever They Prayed: Dimensions of New Testament Prayer
In Whenever They Prayed: Dimensions of New Testament Prayer (Dimensionen des neutestamentlichen Gebets) verlagert Rodney A. Werline die wissenschaftliche Herangehensweise an das neutestamentliche Gebet von der Quellen- und Gattungsanalyse hin zur Betrachtung des Gebets als kulturelle Praxis und bringt so neue Dimensionen der Gebete ans Licht.
Mit Hilfe von Ritualtheoretikern wie Catherine Bell, Pierre Bourdieu, Talal Assad und Roy Rappaport beleuchtet Werline die Genialität der neutestamentlichen Autoren und der Mitglieder ihrer Gemeinschaften. Durch jahrelange Praxis erwarben diese Autoren und Mitglieder eine Fähigkeit, die nur Menschen besitzen - die Fähigkeit, durch rituelle Praxis ihre Beziehungen zueinander und zu ihrem Gott zu steuern und zu pflegen. Werline konzentriert sich besonders darauf, wie ihre Handlungen das kulturelle Gedächtnis lebendig werden ließen, den Empfang von Offenbarungen unterstützten, sie vor dämonischen Mächten schützten und ihre Verpflichtungen untereinander und gegenüber ihrem Gott festlegten und erfüllten.
Die volle Bedeutung dieser Beobachtungen ist jedoch nicht möglich, ohne die Gebete in ihren jüdischen Kontext des Zweiten Tempels zu stellen. Jüdische Gebete außerhalb des Neuen Testaments sollten nicht als bloßer „Hintergrund“ dienen, sondern als Beweis für ein großes kulturelles Unternehmen, an dem die Mitglieder der frühen Kirche aktiv teilnahmen.