
Why Globalization Matters: Engaging with Theory
In einer Zeit, die allgemein als unsicher gilt, untersucht dieses Buch die Möglichkeit und den Wunsch, eine integrierte Theorie in die Globalisierungsforschung zurückzubringen. Während es kaum eine einzige und allumfassende "große Theorie" der Globalisierung an sich geben kann, gibt es doch Raum für die Entwicklung eines allgemeinen und systematischen Ansatzes für die Globalisierungsdynamik in Vergangenheit und Gegenwart? Mit anderen Worten: Können Theorien des Globalen ganzheitlich und integrativ sein und mit methodischen Rahmenwerken einhergehen, die die widersprüchliche und ungleichmäßige Schichtung verschiedener transnationaler Praktiken in allen sozialen Beziehungen berücksichtigen?
Ist es möglich, einen allgemeinen und integrierten Ansatz zur Globalisierung zu entwickeln, der Theorie und Praxis in einer sozial engagierten Weise verbindet, und ist dies wünschenswert? Viele relevante akademische und nicht-akademische Entwicklungen lassen das Gegenteil vermuten. So brachte die postmoderne Wende Ende des letzten Jahrhunderts eine tiefe "Ungläubigkeit" gegenüber "großen Erzählungen" in den Sozial- und Geisteswissenschaften zum Ausdruck. Ein Jahrzehnt später prangerten einige neomarxistische Kritiker die "Torheiten der Globalisierungstheorie" an. In jüngster Zeit suggerieren die "Post-Wahrheits"-Interventionen nationaler Populisten nicht nur, dass der "Globalismus" der politische Feind ist, sondern auch, dass Versuche, seine Muster und Erscheinungsformen zu verstehen, relativ oder irrelevant sind.
Vor dem Hintergrund des gefeierten Buches Globalization Matters von Manfred Steger und Paul James liefern Autoren aus verschiedenen Disziplinen und mit unterschiedlichen analytischen und normativen Ansätzen eine durchdachte und dringend benötigte Bewertung der Globalisierungsforschung und ihrer theoretischen Grundlagen.
Die Kapitel in diesem Buch wurden ursprünglich als Sonderausgabe der Zeitschrift Globalizations veröffentlicht.