Bewertung:

Das Buch bietet eine eingehende Analyse der Gründe, warum sowjetische Soldaten im Zweiten Weltkrieg kämpften, und untersucht dabei psychologische, soziologische und militärische Faktoren. Dabei werden psychologische, soziologische und militärische Faktoren untersucht. Es zeigt die komplexen Hintergründe ihrer Motivation auf und geht über einfache Erklärungen hinaus, um eine nuancierte Perspektive zu bieten.
Vorteile:Das Buch ist gut gegliedert und bietet eine solide Analyse unter Verwendung verschiedener Quellen, Anekdoten und Statistiken. Es erörtert effektiv die Primärgruppentheorie und bietet wertvolle Einblicke in die Motivationen und Erfahrungen der Roten Armee, was es zugänglich und wichtig für das Verständnis des Themas macht.
Nachteile:Einige Leser empfanden bestimmte akademische Aspekte als ermüdend oder offensichtlich, und es wurde der Wunsch nach mehr Berichten aus erster Hand und visuellen Darstellungen wie Fotos laut. Darüber hinaus beantwortet das Buch zwar viele Fragen, lässt aber einige kritische Punkte unberücksichtigt, insbesondere in Bezug auf die sowjetische Taktik und Führung, die zu Massenangriffen führten.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Why Stalin's Soldiers Fought: The Red Army's Military Effectiveness in World War II
Unfähige Führung, ineffiziente Kampagnenführung und enorme Verluste scheinen eine militärische Katastrophe zu bedeuten. Doch trotz dieser Faktoren gewann die Sowjetunion den Krieg gegen Nazi-Deutschland dank ihrer, wie Roger Reese es nennt, "militärischen Effektivität", d. h. ihrer Fähigkeit, Truppen ins Feld zu schicken, selbst nachdem die vorherigen Streitkräfte dezimiert worden waren.
Reese untersucht die menschliche Dimension der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg durch eine genaue Analyse der Erfahrungen und Einstellungen der Soldaten in Bezug auf Mobilisierung, Motivation und Moral. Dabei beleuchtet er die bemerkenswerte Fähigkeit der Sowjets, Soldaten zu rekrutieren und an sich zu binden, und zeigt auf, warum so viele bereit waren, im Dienste eines repressiven Regimes zu kämpfen - und wie entscheidend dieser Dienst für die militärische Effizienz der Armee war. Er untersucht die verschiedenen Formen der Freiwilligkeit und die Beweggründe für den Dienst - einschließlich der Einflüsse von Patriotismus und sowjetischer Ideologie - und zeigt, dass viele einfach aus Loyalität zur Idee des historischen Russlands und aus Hass auf die einmarschierenden Deutschen kämpften. Er geht auch auf die Rolle der politischen Offiziere in den Reihen ein, auf die Bedeutung von Kommandeuren, die ihre Truppen inspirieren konnten, auf die Treuebande, die in kleinen Einheiten geknüpft wurden, und auf die anhaltende Furcht vor Stalins Geheimpolizei.
Reeses Studie ist voll von neuen Erkenntnissen und zeigt, wie die Effektivität der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg durch ihre Leistung im Winterkrieg gegen Finnland vorweggenommen wurde. Sie bietet den ersten direkten Vergleich zwischen den beiden Kriegen und geht auf spezifische Fragen wie Verluste, Taktik, Führung, Moral und Kapitulation ein. Reese präsentiert auch eine neue Analyse der sowjetischen Truppen, die in den ersten Kriegsjahren gefangen genommen wurden, und zeigt auf, wie diese Gefangennahmen Stalins Paranoia hinsichtlich der Loyalität seiner Truppen verstärkten. Er bietet einen unverwechselbaren Blick auf die Motivationen und Erfahrungen sowjetischer Soldatinnen und ihre Auswirkungen auf die Fähigkeit der Roten Armee, Krieg zu führen.
Letztendlich gibt Reese den oft anonymen sowjetischen Soldaten ein menschliches Gesicht, um zu zeigen, dass ihr Patriotismus echt war, auch wenn er nicht direkt das stalinistische System unterstützte, und viel mit der Fähigkeit der Roten Armee zu tun hatte, die mächtigste Armee zu besiegen, die die Welt je gesehen hatte.