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Waste Siege: The Life of Infrastructure in Palestine
Waste Siege bietet eine für die Palästinaforschung ungewöhnliche Analyse: Sie zeigt den ökologischen, infrastrukturellen und ästhetischen Kontext auf, in dem die Palästinenser ihr Leben gestalten müssen. Von Müllbelagerung zu sprechen bedeutet, eine Reihe von Bedingungen zu beschreiben, vom Geruch von Abfällen bis zur Verhandlung militärischer Infrastrukturen, von biopolitischen Formen kolonialer Herrschaft bis zu Erfahrungen staatlicher Vernachlässigung, von offensichtlichen Zielen des Widerstands bis zur Verwirrung über die Verantwortung für die belastenden Objekte des täglichen Lebens.
Inmitten der Trümmer, des Schutts und des infrastrukturellen Niederschlags gestalten die Palästinenser im Westjordanland ein Leben unter kolonialer Herrschaft der Siedler. Sophia Stamatopoulou-Robbins konzentriert sich auf Abfall als eine Erfahrung des täglichen Lebens, die mit der Besatzung einhergeht, aber nicht nur aus ihr resultiert. Sie geht den eigenen Erfahrungen der Palästinenser mit Abfällen in den letzten zehn Jahren nach und untersucht, wie verschiedene Behörden im Westjordanland - darunter Gemeinden, die Palästinensische Autonomiebehörde, internationale Hilfsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und Israel - absichtlich oder unabsichtlich über Abfälle herrschen.
Ihre Arbeit stellt sowohl gängige Formulierungen von Abfall als deplazierte Materie als auch als ontologisches Gegenteil der Umwelt in Frage, indem sie stattdessen vorschlägt, Abfallbelagerung als eine Ökologie der Materie zu verstehen, die nirgendwo hin kann. Abfallbelagerung beschreibt somit nicht nur ein staatenloses Palästina, sondern wird auch zu einer Metapher für unseren belagerten Planeten.