Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Erforschung alternativer Geschlechterrollen in den Kulturen der amerikanischen Ureinwohner, wobei der Schwerpunkt auf Two-Spirit-Identitäten liegt. Während viele Leser das Buch als aufschlussreich und zugänglich empfanden, konzentrierten sich einige Kritiken auf die Darstellung indigener Geschlechterkonzepte und moderner Darstellungen.
Vorteile:Das Buch ist gut dokumentiert, informativ und fesselnd, was es zu einer wertvollen Quelle für das Verständnis der indianischen Geschlechtervielfalt macht. Es stellt historische Perspektiven auf zugängliche Weise dar, enthält hilfreiche Glossare und Indizes und wird für seinen wissenschaftlichen Ansatz gelobt. Viele Leser fanden es lebensverändernd und augenöffnend, was es für Bildungszwecke geeignet macht.
Nachteile:Einige Rezensenten merkten an, dass das Buch moderne Two-Spirit-Identitäten nicht vollständig abbildet, insbesondere in Bezug auf Bisexualität, und dass es sich zu stark auf westliche Konstrukte stützt. Die Kritiker erwähnten, dass das Buch noch besser werden könnte, wenn es einen tieferen Kontext über die verschiedenen Stammesauffassungen von Geschlecht liefern und eine zu starke Vereinfachung vermeiden würde. Einige Leser äußerten den Wunsch nach einer eingehenderen Erforschung bestimmter Themen.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
Changing Ones: Third and Fourth Genders in Native North America
Der Begriff "Berdache" ist eine wenig bekannte, selten diskutierte Bezeichnung für indianische Individuen, die beide Geschlechter verkörperten - was manche als "drittes Geschlecht" bezeichnen würden.
Berdaches waren dafür bekannt, dass sie männliche und weibliche soziale Rollen mit Eigenschaften kombinierten, die ihrem Status als drittes Geschlecht eigen waren, und damit die traditionellen Vorstellungen von geschlechtsspezifischem Verhalten herausforderten und neu definierten. In Changing Ones erschließt und erforscht William Roscoe die Welt der Berdaches und zeigt bedeutende Unterschiede zwischen der Kultur der amerikanischen Ureinwohner und der zeitgenössischen nordamerikanischen Kultur auf.
Roscoe zeigt auf, dass Berdaches nicht geächtet oder in die Bedeutungslosigkeit gedrängt wurden, sondern dass sie von rund 150 Stämmen angenommen wurden und als Künstler, Medizinmänner, religiöse Experten und Stammesführer dienten. Roscoe weist darauf hin, dass Berdachen manchmal sogar einen heiligen Status innerhalb der Stammesgemeinschaft einnahmen. Roscoe beginnt mit Fallstudien von männlichen und weiblichen Berdaches, wobei er Biografie und Ethnohistorie miteinander verbindet, und er entwickelt theoretische Erkenntnisse über die Art der Geschlechtervielfalt in Nordamerika.
Das Ergebnis ist ein höchst fesselndes, lesenswertes und erhellendes Buch. Changing Ones verbindet die Bereiche Anthropologie, Soziologie, Queer-Theorie, Schwulen- und Lesbenforschung und Gender Studies, um konventionelle Denkweisen in Frage zu stellen und den Horizont jedes Lesers zu erweitern.