Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden und wissenschaftlichen Einblick in die Kultur der Aymara, wobei der Schwerpunkt auf ihren Ritualen, Erinnerungsprozessen und den Auswirkungen des Kolonialismus liegt. Durch eine detaillierte Erzählung, historische Analyse und ethnografische Vertiefung bietet es Einblicke in die Komplexität des Aymara-Lebens.
Vorteile:Die Recherchen sind gründlich und akribisch dokumentiert, mit einem immersiven Ansatz, der dem Leser authentische Einblicke in das tägliche Leben und die Rituale der Aymara gewährt. Die eigenen Erfahrungen des Autors und die Verwendung historischer Dokumente bereichern die Erzählung. Das Glossar der Aymara-Begriffe und die Berücksichtigung kultureller Nuancen tragen zum besseren Verständnis bei.
Nachteile:Einige Leser könnten die unorthodoxen Forschungsmethoden und die Erzählstruktur als Herausforderung empfinden. Die detaillierte Analyse historischer Aufzeichnungen und die komplexen Zusammenhänge des kulturellen Synkretismus können für diejenigen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, überwältigend sein.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Pathways of Memory and Power: Ethnography and History Among an Andean People
Pathways of Memory and Power überschreitet die disziplinäre Grenze zwischen Anthropologie und Geschichte und erforscht die kulturelle Grenze zwischen den kolonialen und postkolonialen Anden. Thomas A.
Abercrombie nutzt seine Feldforschung in der Aymara-Gemeinde Santa Barbara de Culta, Bolivien, als Ausgangspunkt für seine ehrgeizige Untersuchung der Beziehungen zwischen europäischen Formen des Geschichtsbewusstseins und indigenen andinen Formen des Vergangenheitsverständnisses. In seinem einladenden Ich-Erzählstil stellt Abercrombie die Ethik der Feldforschung auf den Prüfstand, indem er ethnografische Erfahrungen mit den machtgeladenen Kontexten vergleicht, die historische Quellen hervorbringen. Indem er die frühe und tiefe Vermischung von Praktiken und Weltanschauungen zwischen Spaniern und Andenbewohnern, Christen und Nichtchristen deutlich macht, kritisiert Abercrombie sowohl die romantische Tendenz, die andine Kultur als noch immer von europäischen Einflüssen getrennt und resistent gegen diese zu betrachten, als auch die melodramatische Ansicht, dass alle indigenen Praktiken von den kolonialen und nationalen Eliten ausgelöscht wurden.
Er stellt Vorurteile in Frage, die von der Kolonialzeit bis heute das historische Wissen der Anden nur in mythischen Erzählungen oder Erzählungen persönlicher Erfahrungen sehen. Mit dem Ansatz eines Ethnographen in der Geschichtsschreibung zeigt er, wie komplexe andine Rituale, die europäische und indigene Traditionen vermischen - wie Trankopfer und Lamaopfer an den Festtagen der Heiligen -, in Wirklichkeit starke Beweise für das soziale Gedächtnis der Gemeinschaft sind.