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White Gold: Stories of Breast Milk Sharing
Susan Falls zeigt in White Gold, wie die Bedeutung von Kapitalismus, Technologie, Mutterschaft und Risiko vor dem Hintergrund einer neuen Praxis verstanden werden kann, bei der Spenderinnen und Empfängerinnen von Muttermilch im Süden der Vereinigten Staaten über soziale Medien miteinander verbunden sind.
Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen als Teilnehmerin beschreibt Falls die Sharing Community. Sie präsentiert auch Erzählungen von Spenderinnen, Doulas, medizinischem Fachpersonal und Empfängerinnen, um einen ganzheitlichen ethnografischen Bericht zu liefern. Indem sie ihr Thema in einen kulturübergreifenden Vergleich der sich historisch wandelnden Einstellungen zur Muttermilch einordnet, zeigt Falls, wie das Teilen des „weißen Goldes“ - das als knappe, wertvolle, sogar geheimnisvolle Substanz angesehen wird - eine Form der Umsetzung von Elternschaft, Geschlecht und politischen Werten ist.
Obwohl Muttermilch zunehmend zu einer Ware wird, argumentiert Falls, dass das Teilen eine kraftvolle und ermächtigende Praxis ist. Die Teilnehmerinnen sind keineswegs einheitlich, sondern haben vielleicht ähnliche Ansichten über Elternschaft, aber nicht über andere Themen, so dass ihre Bekanntschaften der Körperpolitik eine neue Struktur verleihen. In dieser interdisziplinären Darstellung zeigt White Gold, wie das Teilen gleichzeitig die kapitalistischen Werte reproduziert, die es unterbricht, und gleichzeitig die Gemeinschaftsbildung zwischen Fremden fördert.