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Who Do I Say That You Are?
Die Frage, was es bedeutet, ein menschliches Geschöpf zu sein, steht im Mittelpunkt der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit der Anthropologie und insbesondere mit der Anthropologie aus theologischer Sicht.
Durch die historische und systematische Auseinandersetzung mit der sogenannten finnischen Schule von Tuomo Mannermaa untersucht und bewertet diese Studie die anthropologische Dimension ihrer Theologie der Theosis oder Vergöttlichung. Mannermaa leitete eine kleine Revolution in der Lutherforschung und in der zeitgenössischen lutherischen Theologie ein, indem er Luthers Rechtfertigungslehre als ein enges Analogon zur östlich-orthodoxen Theosis-Lehre interpretierte, aber seine ökumenischen Interessen führten dazu, dass er zentrale Themen Luthers und scharfe Unterscheidungen zwischen Luther und orthodoxen Theologen herunterspielte oder übersah.
Mannermaas Kollege Simo Peura entwickelte diese These dann mit spezifischem Bezug auf die Anthropologie in einer Weise weiter, die an den Reformator Andreas Osiander aus dem sechzehnten Jahrhundert erinnert. Jahrhunderts erinnert. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass das Projekt von Mannermaa und seinen finnischen Kollegen sowohl Luthers Quellen als auch seine eigene theologische Entwicklung nicht hinreichend versteht.
In dieser Studie wird eine theologische Anthropologie entwickelt, die mit Luthers Theologie besser übereinstimmt, eine Anthropologie, die durch Gottes Ansprache an seine menschlichen Geschöpfe bestimmt ist: was Gott selbst sagt, dass wir sind, und was er durch dieses Wort aus uns macht. Eine solche Antwort auf die anthropologische Frage weigert sich, vor der Schöpfung zu fliehen, sondern hält stattdessen die komplexe und paradoxe Natur des Menschen als Geschöpf, Sünder und Heiliger aufrecht.