Bewertung:

Das Buch wird wegen seiner eingehenden Erörterung ethischer Fragen, insbesondere im Bereich der Bioethik und der Menschenwürde, sehr geschätzt. Es wird denjenigen empfohlen, die ein fortgeschrittenes Studium der christlichen Ethik anstreben, aber manche Leser finden es anspruchsvoll und schwierig zu lesen.
Vorteile:Meisterhafte Zusammenfassung moralischer Fragen in der Bioethik, vertieft das Verständnis der menschlichen Persönlichkeit, fördert das Mitgefühl, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion über die gemeinsame Menschlichkeit und Ethik, regt zum kritischen Denken über das Leben und die Verbrauchermentalität an.
Nachteile:Anspruchsvolle Lektüre, erfordert langsame und sorgfältige Beschäftigung, kann schwierig sein für diejenigen, die einfacheren Stoff bevorzugen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Who Count as Persons?: Human Identity and the Ethics of Killing
Was ist eigentlich ein Mensch? Wer zählt? Die Antworten auf diese Fragen sind von entscheidender Bedeutung, wenn man sich mit dem ethischen Problem der Tötung menschlichen Lebens auseinandersetzen muss. John Kavanaugh, S. J., bekräftigt die jedem Menschen innewohnende persönliche Würde und Unantastbarkeit und bestreitet, dass es jemals moralisch sein kann, einen anderen absichtlich zu töten.
Heute sind überall auf der Welt Männer und Frauen bereit, andere im Namen des "Realismus" und unter dem Deckmantel von Ethnie, Klasse, Lebensqualität, Geschlecht, Eigentum, Nationalismus, Sicherheit oder Religion zu töten. Wir rechtfertigen diese Tötungen, indem wir entweder bestimmte Menschen aus unserer Definition von Menschsein ausschließen oder uns auf ein höheres Gut oder einen dringlicheren Wert berufen.
Kavanaugh vertritt die Auffassung, dass keine der beiden Alternativen akzeptabel ist. Er formuliert eine Ethik, die sich nicht nur gegen die vorsätzliche Tötung medizinisch "marginaler" Menschen wendet, sondern auch gegen entpersönlichte oder kriminalisierte Feinde. Er bietet eine Philosophie der Person an, die den Unentwickelten, den Verwundeten und den Sterbenden einbezieht, und schlägt Wege vor, wie man in einer globalen Gesellschaft, die das Individuum zunehmend abwertet, wieder eine persönliche ethische Haltung einnehmen kann.
Kavanaugh erörtert die Arbeit einer Reihe von Philosophen, Künstlern und Aktivisten, von Richard Rorty und S. Kierkegaard bis Albert Camus und Woody Allen, von Mutter Teresa bis Jack Kevorkian. Sein Ansatz steht in krassem Gegensatz zu dem des Schriftstellers Peter Singer und anderer, die der Meinung sind, dass nicht jedes menschliche Leben einen eigenen moralischen Wert besitzt. Das Buch ist eine Herausforderung für Philosophen, Ethikstudenten und alle, die sich Gedanken über die Entpersönlichung des heutigen Lebens machen.