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The Grand Budapest Hotel und Moonrise Kingdom haben Wes Anderson zu einer festen Größe im Filmgeschäft gemacht. Rushmore und The Royal Tenenbaums sind zu zitierfähigen Kultklassikern geworden.
Doch jede neue Anderson-Veröffentlichung ruft Scharen von Kritikern auf den Plan, die ihm stilistische Exzesse und selbstverliebten Eklektizismus vorwerfen. Donna Kornhaber betrachtet Andersons Stil als notwendiges Produkt der erzählerischen und thematischen Anliegen, die sein Gesamtwerk bestimmen. Anhand von Andersons Fokus auf das Sammeln stellt Kornhaber den Regisseur als Kurator seiner filmischen Welten dar, als einen Hauptakteur, der verschiedene Komponenten kunstvoll und gewissenhaft zu kohärenten Sammlungen und Taxonomien arrangiert.
Anderson bevölkert jede Szene seiner fortlaufenden „Wesworld“ mit Figuren, die verwaist, verloren und fehl am Platz sind, inmitten eines Tumults von handgemachtem Gerümpel und Relikten. Darin suchen sie nach einer Ganzheit und einer kollektiven Identität, die ihnen offensichtlich fehlt, wobei ihr Schmerz durch eine geordnete emotionale Palette ausgedrückt wird, die, obwohl sie gedämpft ist, nach Aufmerksamkeit schreit.
Wie Kornhaber zeigt, bieten Andersons Filme nichts weniger als eine faszinierende Studie über das Gefühl der Zugehörigkeit - erzählt von Figuren, die es am wenigsten besitzen. Das Buch, das Andersons gesamtes Oeuvre abdeckt und ein Interview mit dem Regisseur enthält, ist ein unterhaltsamer Blick auf einen der beliebtesten und polarisierendsten Filmemacher unserer Zeit.