Bewertung:

The Race for Paradise von Professor Paul Cobb ist eine gut recherchierte Erzählung, die die Kreuzzüge sowohl aus islamischer als auch aus breiterer historischer Perspektive beleuchtet. Es wird für seine fesselnde Erzählweise und die einzigartigen Einblicke in die muslimisch-christlichen Konflikte gelobt, die die historischen Interaktionen im Mittelmeerraum geprägt haben. Obwohl es in erster Linie eine islamische Sichtweise einnimmt, bezieht es verschiedene Quellen aus unterschiedlichen Kulturen mit ein. Einige Leser bemängelten jedoch, dass es an einigen Stellen an einer tieferen Analyse fehlte und dass in der gedruckten Version Inhalte fehlten.
Vorteile:⬤ Fesselnde Erzählung
⬤ gut recherchiert mit Originalquellen
⬤ bietet eine einzigartige islamische Perspektive auf die Kreuzzüge
⬤ kombiniert mehrere historische Standpunkte
⬤ tiefgehende und aufschlussreiche Erforschung von Konzepten der Kriegsführung und Legitimität
⬤ zugänglich und leicht zu lesen
⬤ fesselnde Erzählung, die historische Ereignisse mit modernen Auswirkungen verbindet.
⬤ Einige Leser erwarteten ausführlichere Analysen in den Schlussfolgerungen
⬤ gelegentliche Verwirrung aufgrund der Komplexität der verschiedenen Quellen und Perspektiven
⬤ Probleme mit dem Druck, wie fehlende Illustrationen
⬤ einige Abschnitte können sich langatmig anfühlen oder weniger fesselnd.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
Race for Paradise: An Islamic History of the Crusades
Als die ersten fränkischen Invasoren 1099 vor den Mauern Jerusalems eintrafen, hatten sie eine christlich-europäische Präsenz in der islamischen Welt geschaffen, die über Jahrhunderte Bestand hatte und durch nachfolgende Wellen neuer Kreuzfahrer und Pilger verstärkt wurde. Die Geschichte, wie diese Gruppe von Kriegern, getrieben von Glauben, Habgier und Fernweh, in Teilen des Nahen Ostens neue Staaten unter christlicher Herrschaft schuf, ist eine der bekanntesten der Geschichte. Doch sie bietet nicht einmal die Hälfte der Geschichte, denn sie basiert fast ausschließlich auf westlichen Quellen und lässt die Perspektive der Kreuzfahrer völlig außer Acht. Wie haben die mittelalterlichen Muslime das Geschehen wahrgenommen?
In The Race for Paradise bietet Paul M. Cobb eine neue Geschichte der Konfrontationen zwischen Muslimen und Franken, die wir heute als "Kreuzzüge" bezeichnen, eine Geschichte, die die Vielfalt der muslimischen Erfahrungen mit dem heiligen Krieg in Europa hervorhebt. Die Geschichte umfasst mehr als Jerusalem, die Templer, Saladin und die Assassinen. Cobb betrachtet die arabische Perspektive an allen Ufern des muslimischen Mittelmeers, von Spanien bis Syrien. Dabei zeigt er, dass es sich nicht um eine einfache Geschichte von Kriegern und Königen handelt, die im Heiligen Land aufeinandertreffen, sondern um eine kompliziertere Geschichte von Grenzgängern und Überläufern.
Von Botschaften und Kaufleuten.
Von Gelehrten und Spionen, die alle versuchten, eine neue Bedrohung von den barbarischen Rändern ihrer geordneten Welt zu bewältigen. Aus der Sicht der mittelalterlichen Muslime sind die Kreuzzüge etwas ganz anderes als die hochtrabende Rhetorik der europäischen Chroniken: eine kulturelle Begegnung, über die es nachzudenken gilt, ein diplomatisches Schachspiel, das es zu meistern gilt, eine wirtschaftliche Chance, die es zu nutzen gilt.
Eine politische Herausforderung, die von ehrgeizigen Herrschern, die sich geschickt der Sprache des Dschihad bedienen, ausgenutzt werden kann, wie so oft.
Als fesselnde Synthese aus Geschichte und Wissenschaft füllt The Race for Paradise eine bedeutende historische Lücke, indem es die Ereignisse, die die muslimischen Erfahrungen der Europäer bis zum Ende des Mittelalters prägten, in einem neuen Licht betrachtet.