Bewertung:

Das Buch enthält eine provokative Analyse der Pornografie und der sie umgebenden philosophischen Argumente, die auch Diskussionen über die „hook-up culture“ und feministische Perspektiven einschließt. Während es eine einzigartige Interpretation etablierter philosophischer Konzepte bietet und Anti-Pornografie-Positionen kritisiert, wird es auch für grandiose Behauptungen ohne ausreichende Unterstützung und eine Tendenz zu akademischem Jargon kritisiert.
Vorteile:⬤ Bietet eine frische und einzigartige Interpretation philosophischer Werke, insbesondere von Austins „How to Do Things With Words“.
⬤ Beschäftigt sich mit zeitgenössischen Themen wie der „hook-up culture“ und den Perspektiven von Studentinnen.
⬤ Bietet eine gute Kritik an Anti-Porno-Argumenten und betont, wie wichtig es ist, Pornografie zu erleben, anstatt sie aus der Ferne zu analysieren.
⬤ Enthält grandiose Behauptungen, die nicht gut untermauert oder erklärt werden.
⬤ Der Text kann zu akademisch sein, was ihn für die breite Öffentlichkeit weniger zugänglich macht.
⬤ Einigen Ideen, insbesondere in Bezug auf die Frage, wie man eine „Vision davon, wie die Dinge in der Welt sind“, erreichen kann, fehlt es an Klarheit und konkreten Erklärungen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
How to Do Things with Pornography
Feministische Philosophinnen haben wichtige Fortschritte bei der Veränderung der überwiegend männlich geprägten Disziplin der Philosophie gemacht. Dennoch, so Nancy Bauer, begnügen sich die meisten von ihnen immer noch damit, in einem theoretischen Rahmen zu arbeiten, der den Alltagserfahrungen der Menschen grundsätzlich nicht gerecht wird. Dies ist besonders unerträglich für eine Philosophie, deren zentrales Anliegen es ist, die Welt weniger sexistisch zu gestalten. How to Do Things with Pornography zeigt einen neuen Weg auf, philosophisch über Pornografie, die Selbstobjektivierung von Frauen, die "hook-up culture" und andere zeitgenössische Phänomene zu schreiben. Ohne Angst zu fragen, was die Philosophie zu unserem Leben beiträgt, argumentiert Bauer, dass das mangelnde Interesse des Berufsstandes an dieser Frage sein Unternehmen irrelevant zu machen droht.
Bauer kritisiert zwei paradigmatische Modelle des westlichen Philosophierens: das Modell des großen Mannes, demzufolge die Philosophie das Produkt eines seltenen Genies ist.
Und das szientistische Modell, nach dem eine Gemeinschaft von Forschern zusammenarbeitet, um ein für alle Mal Wahrheiten zu entdecken. Die Aufgabe des Philosophen besteht weder darin, die unvermeidlich sexistische Trophäe des Philosophen-Genies aufrechtzuerhalten noch "die Dinge richtig zu machen". Vielmehr ist es seine Aufgabe, mit dem Zeitgeist zu konkurrieren und die Menschen dazu zu bringen, über ihre eingefahrenen Wege, die Welt wahrzunehmen und zu verstehen, nachzudenken.
How to Do Things with Pornography greift kühn auf J. L. Austins How to Do Things with Words zurück und zeigt, dass es nicht als Theorie der Sprechakte gelesen werden sollte, sondern als revolutionäres Konzept dessen, was Philosophen mit ihren Worten in der Welt tun können.