Bewertung:

Das Buch liefert ein überzeugendes Argument gegen die herkömmlichen Freihandelspraktiken und argumentiert, dass reiche Länder durch Protektionismus und Umstellungsprozesse, die der heimischen Industrie zugute kommen, reich geworden sind. Es stellt den historischen Kontext dar, kritisiert die Globalisierung und plädiert dafür, dass die Entwicklungsländer ihre Industrien schützen. Der Text wird als zum Nachdenken anregend, aber auch als Herausforderung für Gelegenheitsleser beschrieben. Viele Rezensenten fanden das Buch aufschlussreich und informativ, obwohl einige kritisierten, dass es zu dicht sei oder sich wiederhole.
Vorteile:Gut recherchiert, mit einer umfangreichen historischen Analyse, bietet es neue Perspektiven auf die Wirtschaft, insbesondere in Bezug auf Industriepolitik und Protektionismus. Viele Rezensenten fanden das Buch aufschlussreich, da es etablierte Wirtschaftstheorien in Frage stellt und wertvoll für das Verständnis globaler Entwicklungsfragen ist. Die Argumente des Autors sind klar und faktenbasiert und sprechen insbesondere diejenigen an, die sich für wirtschaftliche Entwicklung interessieren.
Nachteile:Das Buch kann für diejenigen, die über keine fundierten Wirtschaftskenntnisse verfügen, sehr dicht und schwer zu lesen sein, was Gelegenheitsleser möglicherweise abschrecken könnte. Einige empfanden den Inhalt als repetitiv und manchmal fehlte ein klarer Fokus. Es gibt auch Bedenken, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen in der Praxis leichter gesagt als getan sein könnten.
(basierend auf 40 Leserbewertungen)
How Rich Countries Got Rich ... and Why Poor Countries Stay Poor
Ein unkonventioneller Wirtschaftswissenschaftler erklärt, wie Protektionismus Nationen reich macht und freier Handel sie arm hält - und wie reiche Länder dafür sorgen, dass das so bleibt.
Im Laufe der Geschichte hat eine Kombination aus staatlichen Eingriffen, Protektionismus und strategischen Investitionen die erfolgreiche Entwicklung überall vorangetrieben, vom Italien der Renaissance bis zum modernen Fernen Osten. Doch trotz des nachweislichen Erfolgs dieses Ansatzes wird er von Entwicklungsökonomen weitgehend ignoriert und stattdessen auf die Bedeutung des Freihandels verwiesen. Irgendwie funktioniert das, was die reichen Länder reich gemacht hat, bei den armen Ländern angeblich nicht mehr.
Der führende heterodoxe Wirtschaftswissenschaftler Erik Reinert zeigt in seiner erfrischenden Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung, wie die westlichen Volkswirtschaften auf Protektionismus und staatlichem Aktivismus beruhten und erst später den Freihandel förderten, als dieser ihnen zum Vorteil gereichte. Im Tauziehen zwischen den Verfechtern staatlicher Eingriffe und den Puristen der freien Marktwirtschaft geht es nicht darum, dass einer von beiden richtiger ist, sondern darum, dass die Gewinner-Nation dazu neigt, das zu bevorzugen, was ihr am meisten nützt.
In dem Maße, in dem die westlichen Länder zu spüren beginnen, dass die von ihnen aufgestellten Spielregeln manipuliert wurden, gewinnt Reinerts klassisches Buch neue Dringlichkeit. Seine einzigartige und erbauliche Herangehensweise an die Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung ist eine wichtige Lektüre für jeden, der verstehen will, wie es dazu kam und was als Nächstes zu tun ist, insbesondere jetzt, da wir nicht mehr so sicher sind, dass wir die Gewinner sein werden.