Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 7 Stimmen.
How Much Globalization Can We Bear?
Nach den gängigen Auffassungen ist die "Individualisierung" häufig als konzeptionelles Gegenstück zur "Globalisierung" vorgeschlagen worden. Oft schien es, als ob nach der vollständigen Entfaltung dieser Prozesse nichts anderes übrig bliebe als einzelne menschliche Atome, die auf einem Globus ohne politische, wirtschaftliche oder kulturelle Strukturen verstreut sind.
Unabhängig davon, ob diese Beschreibung auf einer guten und validen Beobachtung beruht, ist niemand zu dem Schluss gekommen, der sich nach der Lektüre von Rüdiger Safranskis klarer und zeitgemäßer Untersuchung des Themas plötzlich aufdrängt: Die Globalisierung, wenn sie denn eintritt, bedeutet eine radikale Veränderung des menschlichen Daseins. Sie bringt den Menschen in eine indirekte Konfrontation mit der Welt in ihrer Gesamtheit. In der allgemeinen Debatte kaum beachtet, bringt das Szenario der Globalisierung eine Wiederkehr - in neuem, radikalem Gewand - der altehrwürdigen Frage nach der Art und Weise des In-der-Welt-Seins des Menschen mit sich.
In diesem fesselnden neuen Buch setzt sich der Philosoph Rüdiger Safranskig mit den drängenden Problemen des globalen Zeitalters auseinander: "BigBrother"-Staaten, Terrorismus, internationale Sicherheit und die scheinbare Unmöglichkeit eines "Welt"-Friedens. Er schlägt vor, das Zeitalter der Globalisierung nicht als jene Epoche der Weltgeschichte zu betrachten, in der sich alle Menschen in der gleichen, unklaren Situation befinden werden. Es wird, so Sanfranski, immer ein Bedürfnis geben, die eigene Situation zu verstehen, indem man Grenzen zieht und das "Anderssein" und die Individualität konzeptualisiert.