Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Analyse der Reconstruction-Ära im Natchez-Distrikt und konzentriert sich dabei auf die Dynamik der schwarzen Demokratie und politischen Partizipation. Es unterstreicht die Komplexität des demokratischen Engagements und die Rolle verschiedener Basisfiguren, geht aber auch auf den gewaltsamen Widerstand gegen diese Bemühungen nach 1876 ein.
Vorteile:Das Buch bietet eine überzeugende Synthese des Aufstiegs und Niedergangs der schwarzen Demokratie in Natchez, enthält eine gründliche Analyse der Basis und stellt die Black Politicians Database als wichtige Quelle vor. Es stellt auch die Vorstellung in Frage, dass Freigelassene politisch dazu bestimmt waren, Republikaner zu werden, und erörtert den überparteilichen und gemischtrassigen Charakter der Politik in diesem Gebiet.
Nachteile:In der Rezension werden keine expliziten Nachteile genannt, aber zu den möglichen Kritikpunkten gehören ein begrenzter Fokus auf den breiteren Kontext der Reconstruction oder die Notwendigkeit zusätzlicher Perspektiven zu diesem Thema.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Reconstructing Democracy: Grassroots Black Politics in the Deep South after the Civil War
Ehemalige Sklaven, die keine Erfahrung mit Wahlen hatten und nur über geringe wirtschaftliche Mittel oder ein geringes soziales Ansehen verfügten, riefen eine umfassende politische Bewegung ins Leben, die den Süden nach dem Bürgerkrieg veränderte. Innerhalb weniger Jahre nach der Emanzipation waren Schwarze nicht nur wahlberechtigt, sondern sie wählten auch Tausende von ehemaligen Sklaven in politische Ämter.
Historiker haben die Rolle der afroamerikanischen Sklaven im Kampf um ihre Emanzipation und ihre zahlreichen Bemühungen um die Sicherung ihrer Freiheit und ihrer Staatsbürgerschaft seit langem beachtet, doch haben sie dem Regierungssystem, das die Freigelassenen mitgestalteten, erstaunlich wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Justin Behrend vertritt die These, dass die Freigelassenen in der Zeit der Reconstruction eine neue Demokratie schufen, die die oligarchische Herrschaft der Sklavenhalter und Konföderierten durch eine Basisdemokratie ersetzte. Reconstructing Democracy erzählt diese Geschichte anhand der Erfahrungen einfacher Menschen, die im Natchez District lebten, einer Region des tiefen Südens, in der die politische Mobilisierung der Schwarzen sehr erfolgreich war.
Behrend zeigt, wie die Freigelassenen ein politisches System errichteten, das auf egalitären Werten beruhte, in dem lokale Gemeinschaften und nicht mächtige Einzelpersonen die Macht innehatten und die einfachen Menschen einen noch nie dagewesenen Einfluss auf die Regierung ausübten. Damit fordert er uns auf, nicht nur unser Verständnis der Reconstruction zu überdenken, sondern auch das Wesen und die Ursprünge der Demokratie im weiteren Sinne.