
Repurposed Rebels: Postwar Rebel Networks in Liberia
Trotz Friedensabkommen, Demobilisierungs- und Reintegrationsprozessen führt das Ende des Krieges nicht automatisch oder notwendigerweise dazu, dass die Kämpfer ihre Rebellennetzwerke aus der Kriegszeit aufgeben.
In Liberia sind solche Strukturen noch lange nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2003 fortbestehen. Schwache formale Sicherheitsinstitutionen mit einer Geschichte von räuberischem Verhalten haben dazu beigetragen, ein Umfeld zu schaffen, in dem informelle Initiativen für Sicherheit und Schutz in Anspruch genommen werden.
In fragilen Nachkriegskontexten können ehemalige Soldaten als Einschüchterer eingesetzt werden, sind aber paradoxerweise als Sicherheitsanbieter wieder aufgetaucht, was unser Verständnis sowohl des Umfelds als auch der Akteure jenseits der Kriegssphäre herausfordert. Auf der Grundlage von Originalinterviews und Erkenntnissen aus der Feldforschung folgt Repurposed Rebels ehemaligen Rebellensoldaten von der Zeit des Bürgerkriegs bis 2013. Diese Akteure sind als "recycelte" Krieger in Zeiten regionaler Kriege und Krisen sowie als Vigilanten und informelle Sicherheitsanbieter für wirtschaftliche und politische Zwecke wieder aufgetaucht.
Anhand dieser Akteure untersucht Mariam Bjarnesen die Bedeutung von Nachkriegs-Rebellennetzwerken und der Identität ehemaliger Kämpfer im heutigen Liberia, um zu verstehen, welche Ziele der Demobilisierung zugrunde liegen, wenn die Reintegration in Frage gestellt wird. Bjarnesen argumentiert, dass diese Ex-Kombattanten sich nicht trotz, sondern gerade wegen der Tatsache, dass sie nicht wirklich demobilisiert wurden, erfolgreich reintegriert haben.