
Wilhelm Raabe: 'The Birdsong Papers'
Die Papiere des Vogelsangs, die 1896 unter dem Titel Die Akten des Vogelsangs erschienen, waren Wilhelm Raabes vorletzte abgeschlossene Erzählung. Das Werk, das man als Anti-Bildungsroman bezeichnen könnte, gilt weithin als das Werk, das Raabes Platz als Vorläufer der deutschen Belletristik der Moderne sichert.
Jahrhunderts, sowohl in Deutschland als auch in den USA, mit ihrer industriellen Expansion, Verstädterung, dem Streben nach Reichtum und der Erosion konventioneller Werte; aber dieser kritische Ton erzeugt auch eine unangenehme Spannung für den Erzähler, Karl Krumhardt, einen hochrangigen Bürokraten, der an der Stabilität dieser Gesellschaft interessiert ist. Vor diesem gesellschaftskritischen Hintergrund dokumentieren Krumhardts Papiere die Auseinandersetzung mit einem Subjekt - seinem langjährigen Freund Velten Andres -, dessen Leben ihn zugleich fasziniert und zutiefst beunruhigt. Velten ist intelligent, phantasievoll, idealistisch und vielversprechend, aber er kümmert sich nicht um seine Gaben, zieht die selbst auferlegte Abgeschiedenheit der Konformität vor und führt seinen Individualismus zu dem, was Jeffrey L.
Sammons eine Art spektakuläre Irrelevanz in der Lebensführung" nennt. Mit dieser Übersetzung von Die Akten des Vogelsangs, der ersten ins Englische, wird ein Hauptwerk eines der angesehensten deutschen Schriftsteller des 19.
Jahrhunderts einer neuen, internationalen Leserschaft zugänglich gemacht Michael Ritterson ist emeritierter Professor für Deutsch am Gettysburg College in Gettysburg, Pennsylvania. Ritchie Robertson ist Taylor-Professor für Deutsch an der Universität von Oxford.