Bewertung:

Das Buch wird als maßgebliche Quelle für das Verständnis der Philosophie und philosophischen Theologie William Ockhams gelobt, und Marilyn Adams erhält wissenschaftliche Anerkennung. Es wird all jenen empfohlen, die eher eine eingehende philosophische Analyse als einen allgemeinen Überblick suchen.
Vorteile:⬤ Schlüsselwerk für das Studium von Ockham
⬤ verfasst von einem führenden Gelehrten der mittelalterlichen Philosophie
⬤ bietet eine tiefgehende philosophische Analyse
⬤ unerlässlich für die Ockham-Forschung.
Möglicherweise nicht geeignet für Nicht-Philosophen oder diejenigen, die nach einführenden Texten suchen; könnte für Gelegenheitsleser zu detailliert sein.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
William Ockham: Two Volume Set
William Ockham ist wahrscheinlich der berüchtigtste und am meisten missverstandene Philosoph des späteren Mittelalters. Von John Lutterell, dem ehemaligen Kanzler der Universität Oxford, beschuldigt, ketzerische Lehren zu verbreiten, wurde Ockham von Papst Johannes XXII.
nach Avignon vorgeladen und lebte schließlich unter dem Schutz von Ludwig von Bayern. Dennoch zählt er zusammen mit Aquin und Scotus zu den drei größten Philosophen seiner Zeit. Diese bahnbrechende Studie bietet eine klare und prägnante Darstellung von Ockhams philosophischen Positionen (seine Ontologie, Logik, Erkenntnistheorie und Naturphilosophie), zusammen mit den Argumenten für sie.
Sie zeigt dann, wie Ockhams theologische Meinungsverschiedenheiten mit seinen bedeutendsten Vorgängern eine logische Folge der zugrunde liegenden philosophischen Differenzen sind. Marilyn McCord Adams zufolge entpuppt sich Ockham als franziskanischer Aristoteliker, der philosophisch und religiös viel konservativer ist als gemeinhin angenommen.
Adams bestreitet, dass Ockhams Nominalismus und ontologische Reduktionen zum Subjektivismus in der Metaphysik, seine Erkenntnistheorie zum Skeptizismus, seine Kausalitätslehre zur humeanischen konstanten Konjunktion oder zum Okkasionalismus führen. Ebenso weist Adams die Vorstellung zurück, dass Ockhams philosophische Lehren zu häretischen Ansichten in der Theologie führen oder dass sein Beharren auf der göttlichen Freiheit zu Willkür und Willkür in der Ethik führt.
Obwohl ihr Hauptaugenmerk auf Ockham liegt, vergleicht und kontrastiert McAdams seine Positionen mit denen von Aquin, Scotus, Heinrich von Gent und anderen. "William Ockham" ist eine ausgezeichnete Einführung für Philosophen in die Probleme und den theoretischen Rahmen des späten dreizehnten und frühen vierzehnten Jahrhunderts.