Bewertung:

Das Buch „Wir werden nicht nach Tuapse gehen“ beschreibt die Erfahrungen eines belgischen Freiwilligen, der während des Zweiten Weltkriegs in der deutschen Armee diente. In den Rezensionen heißt es, dass das Buch zwar einen einzigartigen persönlichen Bericht über die Ostfront bietet und komplexe Themen wie Nationalismus und Überleben erforscht, aber nicht ohne Schwächen ist. Es wird kritisiert, dass die Erzählung langatmig und manchmal ermüdend ist und die Realität der von den Nazis begangenen Gräueltaten oft beschönigt oder ignoriert wird.
Vorteile:Das Buch bietet eine detaillierte und persönliche Perspektive auf die Erfahrungen eines Zivilisten an der Ostfront, beschreibt die Härten des Krieges und die Interaktionen mit der lokalen Zivilbevölkerung. Die Leser schätzen die Authentizität der Erzählung und den unverfälschten Ausdruck der Beweggründe und Kämpfe des Autors. Die Memoiren bieten wertvolle Einblicke in weniger bekannte Aspekte des Zweiten Weltkriegs, insbesondere in Bezug auf belgische Freiwillige.
Nachteile:Kritiker bemängeln den schwachen Titel des Buches, die langweilige Prosa und die Tendenz, die Gräueltaten des deutschen Militärs zu übersehen oder zu rationalisieren. Einige Leser empfinden den Stil als mäandernd und schwer nachvollziehbar, insbesondere bei Berichten aus der Nachkriegszeit. Darüber hinaus gibt es Bedenken hinsichtlich der ideologischen Voreingenommenheit des Autors und der mangelnden Ausgewogenheit bei der Darstellung der Kriegshandlungen.
(basierend auf 210 Leserbewertungen)
We Will Not Go to Tuapse: From the Donets to the Oder with the Legion Wallonie and 5th SS Volunteer Assault Brigade 'Wallonien' 1942-45
Dies ist eine klassische Soldatenchronik, die in ungeschminkter Offenheit über die Erfahrungen des Autors als Freiwilliger bei der Wallonischen Legion des Deutschen Heeres und später bei der 5. SS-Freiwilligen-Sturm-Brigade Wallonien und der 28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division Wallonien. Es geht aber auch weit über die übliche Soldatengeschichte hinaus und nähert sich einem Reisebericht über den Ostfrontfeldzug, wie ihn die Memoiren dieser Zeit nur selten bieten.
Kaisergrubers im Selbstverlag auf Französisch erschienenes Buch wird von dem belgischen Historiker und Experten für diese Freiwilligen, Eddy de Bruyne, und dem Autor der Schlacht von Tscherkassy, Douglas Nash, sehr geschätzt. Dieses Buch verdient Beachtung als das Äquivalent zu Guy Sajers Der vergessene Soldat, einem Bestseller in den USA und Europa. Im Vergleich dazu hat Kaisergrubers Geschichte den Vorteil, dass sie durch bereits veröffentlichte Dokumente und seriöse historische Erzählungen wie Eddy de Bruynes For Rex and for Belgium und Kenneth Estes' European Anabasis vollständig verifiziert werden kann.
Bis vor wenigen Jahren war nur sehr wenig über die Zehntausenden von Ausländern aus Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich und Spanien bekannt, die freiwillig in den militärischen Formationen des deutschen Heeres und der deutschen Waffen-SS dienten. In Kaisergrubers Buch erfährt der Leser Wichtiges über die Kollaboration, den offensichtlichen Beitrag der Freiwilligen zur deutschen Kriegsanstrengung, ihre unterschiedlichen Erfahrungen, ihre Motive, die Haltung des deutschen Oberkommandos und der Bürokratie sowie die Reaktion darauf in den besetzten Ländern. Die Kampferfahrungen der Wallonen spiegeln die der besten Freiwilligeneinheiten der Waffen-SS wider, obwohl sie gleichermaßen am Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945 beteiligt waren. Obwohl er sich für seinen Dienst nicht entschuldigt, erhebt Kaisergruber keinen besonderen Anspruch auf die deutsche Sache und schreibt nicht aus einer Nachkriegsapologetik und -dogmatik heraus, sondern aus seinen Beobachtungen aus erster Hand als junger Mann, der den Krieg zum ersten Mal erlebte und weit über das hinausging, was damals vorstellbar war.
Seine Beobachtungen über Mitsoldaten, Kommandeure, russische Zivilisten und die Schlachtfelder sind ergreifend und aufschlussreich. Sie sind noch so aktuell wie damals, als er einige von ihnen in seinem Reisetagebuch "Pens es fugitives et Souvenirs (1941-46)" niederschrieb. Fernand Kaisergruber stützt sich auf seine zeitgenössischen Tagebücher, die seiner Kameraden und seine spätere Arbeit mit ihnen als Sekretär ihrer Nachkriegsveteranenvereinigung, um ein durch und durch fesselndes Epos zu präsentieren.