
Science and Catholicism in Argentina (1750-1960): A Study on Scientific Culture, Religion, and Secularisation in Latin America
Wissenschaft und Katholizismus in Argentinien (1750-1960) ist die erste umfassende Studie über die Beziehung zwischen Wissenschaft und Religion in einem spanischsprachigen Land mit einer katholischen Mehrheit und einem "lateinischen" Säkularisierungsmuster.
Der Text führt den Leser von der jesuitischen Missionswissenschaft in der Kolonialzeit über das konfliktreiche 19. Jahrhundert bis hin zur katholischen Wiedergeburt der 1930er Jahre in Argentinien. Die vielfältigen Interaktionen zwischen Wissenschaft und Religion, die in dieser Analyse aufgezeigt werden, lassen sich anhand ihrer Säkularisierungsdynamik einordnen. Die unauflösliche Identifikation von Wissenschaft und Säkularität, die im 19. Jahrhundert auf rhetorischer und institutioneller Ebene bei der liberalen Elite und den Sozialisten funktionierte, verlor mit dem Aufkommen katholischer Wissenschaftler im Laufe des 20.
Jahrhunderts an Kraft verloren. In Übereinstimmung mit aktuellen Auffassungen, die der Wissenschaft die Rolle als treibende Kraft der Säkularisierung absprechen, kommt diese historische Studie zu dem Schluss, dass es der Prozess der Säkularisierung war, der das Zusammenspiel von Religion und Wissenschaft geprägt hat, und nicht andersherum.